Berlin : GEW: 450 Lehrer reichen nicht Gewerkschaft fordert mehr Neueinstellungen

Thorsten Metzner

Potsdam - In Brandenburg warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor weiteren Verschlechterungen im Bildungssystem. Insbesondere im Berliner Umland seien die Schulklassen übervoll, ohne Aussicht auf Besserung, sagte GEW-Landeschef Günther Fuchs am Mittwoch in Potsdam. Er warf Bildungsministerin Martina Münch (SPD) und der rot-roten Koalition „Schönfärberei, Wortbruch und Ignoranz gegenüber den tatsächlichen Problemen“ vor.

Konkret reagierte Fuchs auf die von Münch jüngst verkündete Erfolgszahl von 450 zum Schuljahresbeginn neu eingestellten Lehrern im Land, ein Rekordwert in der Landesgeschichte. „Doch das führt zu keiner Entspannung der Situation, zu keiner Verbesserung“, sagte Fuchs. Das Ministerium selbst habe nämlich noch vor einem Jahr verkündet, dass zum Schuljahr 2012/2013 allein rund 500 aus Altersgründen ausscheidende Lehrer ersetzt werden müssten. „Die neuen Lehrer reichen also nicht einmal, um den Status quo zu halten.“

Eine Nachfrage bei den Schulämtern habe zudem lediglich rund 400 Neueinstellungen belegt. Und es gebe allein 500 langzeiterkrankte Lehrer in Brandenburg. Fuchs prophezeite, dass die rot-rote Regierungskoalition ihr erklärtes Ziel, die Relation von einem Lehrer zu statistisch 15,4 Schülern zu halten, allenfalls auf dem Papier realisieren könne, „nicht aber in der Realität“.

Nach Einschätzung der GEW wird die Gesamtsituation durch das gestartete Inklusionsprogramm weiter verschärft, mit dem noch an ausgewählten Pilotschulen, später an allen Schulen behinderte Kinder – bislang an Förderschulen des Landes unterrichtet – integriert werden sollen. Die Stellen, die die Modellschulen zusätzlich erhalten, würden bislang anderswo abgezogen, warnte Fuchs. „Wieder wurde ein Modellvorhaben begonnen, das nicht dauerhaft ausfinanziert ist.“ Thorsten Metzner

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