Berlin : GEW nennt Stundenausfall dramatisch

Schulen fehlen Vertretungskräfte

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Der befürchtete Krankheitswelle ist da: Täglich melden sich neue Schulen, die wegen fehlender Lehrer ihren Unterricht nicht mehr vollständig erteilen können. Gestern nun schlug die GEW-Schulleitervereinigung Alarm: Der Ausfall von Unterricht nehme „dramatisch“ zu, warnte sie. Aktuelles Beispiel ist das Steglitzer Fichtenberg-Gymnasium, dem allein seit den Herbstferien drei Lehrer fehlen. Zwei werden wohl ein halbes Jahr krank sein. Dies bedeute, dass 80 Unterrichtsstunden nicht planmäßig erteilt werden könnten, berichtet Direktor Hans-Gerd Prause. Vor dem Hintergrund des neu eingeführten Zentralabiturs und des Mittleren Schulabschlusses sei das besonders gravierend. Alle Versuche, Vertretungslehrkräfte zu bekommen, seien bisher erfolglos geblieben.

Zwar hat sich die Koalition darauf geeinigt, dass alle Schulen Honorarmittel bekommen sollen, um selbst für Vertretungslehrer sorgen zu können. Das aber ist noch in weiter Ferne, denn niemand hat bisher gesagt, woher das Geld dafür kommen soll. Aber selbst wenn die Mittel – geschätzte 20 bis 35 Millionen Euro – schnell flössen, wäre das noch nicht die Lösung. Denn der Berliner Markt gibt gar nicht so viele Honorarkräfte her, die aus dem Stand kompetenten Unterricht von Klasse 1 bis 13 und von Mathematik bis Deutsch machen könnten.

Hinzu kommt, dass vielen Schulen nicht nur Vertretungskräfte fehlen, sondern sogar die regulären Kräfte. Erhard Laube von der Vereinigung der Berliner Schulleiter (VBS) fordert deshalb, „dass Dauerkranke und in Pension gehende Lehrkräfte unverzüglich durch Neueinstellungen ersetzt werden müssen“. sve

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