Berlin : GEW spricht von "Totalausfall" an 100 Schulen - Verwaltung zählt nur die Hälfte

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Über die Streikbeteiligung der Schulen am Mittwoch gab es gestern unterschiedliche Einschätzungen. Während die Senatsschulverwaltung davon sprach, dass an 56 Schulen kein Unterricht stattfand, betonte die Gewerkschaft Eriehung und Wissenschaft (GEW), es habe an über 100 Schulen einen "Totalausfall" gegeben, was etwa zehn Prozent aller Schulen entspreche.

"Die Schulverwaltung nennt so geringe Zahlen, um die Bedeutung des Streiks klein zu reden", vermutet GEW-Chef Ulrich Thöne, der im übrigen in der Beteiligung am Streik und der anschließenden Großkundgebung einen "deutlichen Beweis" dafür sieht, dass es einen "Stimmungsumschwung" gegeben habe. Die Probleme in den Schulen würden jetzt ernster genommen. Offenbar habe seine Gewerkschaft den Finger "auf die richtige Wunde" gelegt.

Die Schulverwaltung legte gestern eine Übersicht über die Streikbeteiligung nach Bezirken vor. Erhebliche Störungen vermeldeten demnach 117 allgemeinbildende und zehn Berufsschulen, geringere Störungen 159 allgemeinbildende und 17 berufsbildende Schulen. Regulären Unterricht gab es an 471 beziehungsweise 21 Schulen, also etwa der Hälfte aller Einrichtungen.

Die Senatsschulverwaltung war gestern um moderate Töne bemüht. Zwar lehne Schulsenator Klaus Böger (SPD) den Streik ab. Den Protest insgesamt nehme er aber "sehr ernst", betonte Bögers Sprecher Thomas John. Mehr Mittel für die Schulen zu bekommen, bleibe das Ziel. Noch vor Ostern werde es wieder eine Gesprächsrunde mit Eltern und der GEW geben.

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