GEWALT AN SCHULEN : Tendenz: steigend

ZENTRALE ERFASSUNG



Berlin gehört zu den wenigen Bundesländern, die alle Gewalttaten zentral erfassen und systematisch auswerten. So gibt es einen genauen Überblick über Delikte, Herkunft der Täter sowie über die Verteilung auf Schulformen und Bezirke. Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Schuljahr 2005/06.

DELIKTE

Insgesamt wurden 1573 Delikte an die Schulverwaltung gemeldet – gegenüber 894 im Vorjahr. In fast 1000 Fällen handelte es sich um Körperverletzung oder gefährliche Körperverletzung. Zudem gab es 319 Bedrohungen, 56 Beleidigungen, 18 Erpressungen, sieben Mobbing-Fälle, 17 Raubtaten, 24 sexuelle Übergriffe, 22 Sachbeschädigungen, und 80 Mal ging es um (Rechts-)Extremismus. 44 Vorfälle fielen in keine dieser Rubriken.

LEHRER ALS OPFER

Noch stärker als die Zahl der Gewalttaten stieg die Zahl der Übergriffe auf Lehrer. Hier gab es fast eine Verdoppelung von 196 auf 374. Darunter waren 138 Fälle von gefährlicher Körperverletzung und 21 von Körperverletzung. 144 Mal wurden sie bedroht. Jeder fünfte Fall ereignete sich in Mitte. Auch Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg waren überproportional vertreten. 160 Gewaltdelikte gegen Lehrer ereigneten sich an Grundschulen, 55 an Hauptschulen und 33 an Gesamtschulen.

TÄTERHERKUNFT

Der Anteil der Vorfälle, in denen Schüler mit Migrationshintergrund an Gewaltvorfällen beteiligt sind (Täter und Opfer), stieg von 35,9 Prozent auf 54,2 Prozent. In den Meldungen der Schulen werden sie selten als Opfer, häufiger als Tatbeteiligte genannt. Die Mehrzahl der Angriffe richtet sich gegen andere Personen nichtdeutscher Herkunft. sve

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