Berlin : Gewalt gegen Polizisten: 500 tätliche Angriffe

Die Gewerkschaft der Polizei warnt vor einem massiven Anstieg der Gewalt gegen Polizisten in Berlin. Seit Anfang des Jahres wurden bereits in 500 Fällen Berliner Polizisten tätlich angegriffen und verletzt, bestätigte Gewerkschaftssprecher Klaus Eisenreich einen Bericht des "Berliner Kurier" vom selben Tag. Bis zum Jahresende werden sich die Zahlen im Vergleich zu 1995, als 229 Polizisten im Dienst verletzt wurden, vermutlich verdreifachen, befürchtet die Gewerkschaft.

Es sei "skandalös", wie sehr verbale Beleidigungen bis hin zu körperlichen Angriffen mittlerweile zum Alltag der Polizisten gehörten, sagte Eisenreich der dpa. Vor allem Polizistinnen würden oft auf sexistische Weise beschimpft. Die dokumentierten Fälle der verletzten Polizeibeamten seien indes nur die "Spitze des Eisbergs", betonte Eisenreich. "Manchmal hat man den Eindruck, der Respekt vor Polizisten ist weg."

Polizisten trugen im Konflikt mit Bürgern Prellungen, Schürfwunden und Trommelfellrisse davon. Der Gewerkschaftssprecher fordert nun eine "breite öffentliche Debatte über Gewalt". In der Gesellschaft müsse darüber diskutiert werden, was Respekt voreinander bedeute.

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