Gewerbeflächen : Hauptbahnhof bald komplett vermietet

Bis zum Frühjahr will die Bahn die letzten freien Flächen in den Bügelbauten des Hauptbahnhofes vermietet haben. Weil sich nicht genug Interessenten fanden, nutzt das Unternehmen drei Viertel der 46.000 Quadratmeter jetzt selbst.

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Die Bügelbauten am Hauptbahnhof: Bis zum Frühjahr sollen sie voll belegt sein.
Die Bügelbauten am Hauptbahnhof: Bis zum Frühjahr sollen sie voll belegt sein.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Fünf Jahre nach der Eröffnung soll der Hauptbahnhof im nächsten Frühjahr komplett sein. Dann sollen auch die letzten Flächen in den zwei sogenannten Bügelbauten, die die Ost-West-Gleise überspannen, vermietet sein, wie die Bahn am Montag ankündigte. Den Einzug der eigenen Mitarbeiter will der Konzern bis zum Jahresende abgeschlossen haben. Die Bahn nutzt drei Viertel der Flächen, der Rest wird vermietet. Hierzu gebe es „gute Gespräche“, heißt es bei der Bahn.

Ursprünglich hatte der Konzern geplant, die 46 000 Quadratmeter in den Bügelbauten komplett zu vermieten. Büros und Hotels waren vorgesehen. Doch Interessenten, die in die teuren Gebäude – die Bügelbauten haben rund 200 Millionen Euro gekostet – einziehen sollten, fanden sich nicht. Hotels gibt es stattdessen rund um den Hauptbahnhof. Das erste auf der Südseite ist bereits eröffnet, ein zweites ist in Bau, und ein dritter Komplex direkt auf der Nordseite des Glaspalastes ist geplant.

Weil sich keine Mieter für die Flächen in den Bügelbauten finden ließen, entschloss sich die Bahn, selbst einzuziehen. Damit ließ sie sich aber Zeit; der Innenausbau begann erst Jahre nach der Inbetriebnahme des Bahnhofs, der Ende Mai 2006 eröffnet wurde. Denn auch nach der Entscheidung gab es ein langes Hin und Her, bis klar war, welche Bereiche am Hauptbahnhof residieren sollten.

Selbst als Sitz der Zentrale waren die Bügelbauten im Gespräch; dann wieder wurde erwogen, für den Vorstand ein neues würfelförmiges Gebäude auf dem südlichen Washingtonplatz zu errichten. Doch schließlich entschied sich der Konzern, seine Zentrale doch im gläsernen Hochhaus am Potsdamer Platz zu belassen; der Mietvertrag konnte zu vergünstigten Konditionen verlängert werden.

In die repräsentativen Bügelbauten am Hauptbahnhof dürfen nun vorwiegend die Mitarbeiter des Bereichs Station und Service einziehen, die deutschlandweit die Bahnhöfe betreuen. Zu den ersten Nutzern gehört auch die Bundespolizei, deren Inspektion Berlin-Hauptbahnhof nun auch dort residiert. Am Montag wurden offiziell die Schlüssel übergeben. Zuvor waren die rund 25 Führungskräfte der Inspektion mehr schlecht als recht am Bahnhof Zoo untergebracht.

Die Bundespolizeiinspektion Berlin-Hauptbahnhof betreut nicht nur rund 180 Bahnhöfe und Gleisanlagen in Berlin und Brandenburg. Sie ist auch für die sogenannten Sonderlagen zuständig, zu denen Staatsbesuche im benachbarten Regierungsviertel ebenso gehören wie Veranstaltungen im Olympiastadion oder Demonstrationen in Bahnhofsnähe.

Der Hauptbahnhof wird einer der drei Standorte, auf die die Bahn sich in Berlin konzentrieren will. Neben dem Bahn-Tower am Potsdamer Platz gehört dazu noch das Quartier am Nordbahnhof. Dort sitzen bereits rund 2400 Mitarbeiter; ein weiterer Komplex für 1300 Mitarbeiter soll im Dezember bezogen werden. Begeistert sind die meisten Mitarbeiter davon nicht, weil sie dort fast nur Großraumbüros vorfinden werden, während es im Hauptbahnhof auch kleine Einheiten gibt – mit Blick auf den Bahnbetrieb.

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