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Gewitter in Berlin : Blitzeinschlag setzt Haus in Flammen

Unwetter, Gewitter und Hagel über Berlin und Brandenburg: Ein Einfamilienhaus in Buckow brannte, eine Straßenbahn entgleiste, die S-Bahn kam zum Stillstand. Schwere Schäden blieben aber aus.

Bodo Straub,Lars von Törne
Starkregen. So sah es Dienstagnachmittag am Brandenburger Tor aus.
Starkregen. So sah es Dienstagnachmittag am Brandenburger Tor aus.Foto: dpa

Das Unwetter vom Dienstagnachmittag hat in Berlin und Brandenburg einige Schäden angerichtet, die Folgen hielte sich aber im Vergleich zu früheren Fällen in Grenzen.

Nach Angaben der Feuerwehr schlug ein Blitz in Einfamilienhaus in Buckow ein und setzte es in Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand im Dachgeschoss des Hauses zwar löschen, es entstand aber erheblicher Schaden, so der Feuerwehr-Lagedienst am Abend. Menschen wurden aber nicht verletzt. Ein weiterer Blitzeinschlag in Wannsee beschädigte einen großen Baum schwer. Hier musste die Feuerwehr anrücken, um den Baum zu sichern, damit er in den kommenden Tagen fachmännisch gefällt werden kann.

Bei der Bahn gab es in Folge des Wetters zwei Notfalleinsätze, deren Folgen auch viele Bahnkunden zu spüren bekamen. So musste die Linie 5 (Spandau-Pichelsberg) am Nachmittag vorübergehend gesperrt werden, nachdem ein Baum auf die Gleise gefallen war. Wegen der Bergungsarbeiten wurde die Strecke nach Angaben der Feuerwehr zwischen 17.07 Uhr und 17.28 Uhr gesperrt.

Auch die Bahnverbindung Eberswalde-Angermünde fiel am frühen Abend für mehrere Stunden aus. Ursache war nach Angaben der Bahn der Ausfall eines elektronischen Stellwerks in Eberswalde. deswegen mussten Bahnkunden zwischen 18 und 21.30 Uhr auf Busersatzverkehr ausweichen.

In Potsdam führte der Regen dazu, dass eine Straßenbahn entgleiste. Niemand wurde verletzt, es blieb bei Sachschaden, wie der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam mitteilte. Der Tatra-Zug der Linie 91 war vom Hauptbahnhof in Richtung Rehbrücke unterwegs, als er nachmittags in der Heinrich-Mann-Allee entgleiste. Laut ViP hatte Starkregen größere Sandmengen in den Gleiskörper gespült, der sich teilweise in den Rillen der Straßenbahnschienen absetzte. Die Ermittlungen, wie es genau zu dem Unfall kam, dauerten noch an.

Den tiefen Luftdruck spürte am Dienstag wohl jeder in Berlin - der Deutsche Wetterdienst hatte für den Dienstagnachmittag vor Schauern und Gewittern gewarnt, vor allem im Osten der Stadt. Teilweise seien sogar unwetterartige Entwicklungen mit heftigem Starkregen bis zu 30 Litern pro Quadratmeter und Hagel mit zwei Zentimeter großen Körnern zu erwarten sowie bis zu 60 km/h schnelle Sturmböen. Die Gewitter lassen demzufolge auch in der Nacht zum Mittwoch wenn überhaupt nur kurzzeitig nach und seien bis zum Mittwochmittag weiter zu erwarten, ebenso wie Unwetter.

Im Westen Deutschlands forderten die heftigen Unwetter in der Nacht zu Dienstag zwei Todesopfer: In Münster in Westfalen ertrank ein Mann in seinem Keller, im Umland der Stadt kam ein Autofahrer bei Starkregen vermutlich von einer überfluteten Straße ab und starb. In dieser Region fielen seit Montagabend mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

In Berlin dagegen war die Luft in den vergangenen Tagen zum Auswringen, vergangene Nacht lagen sogar die Tiefstwerte bei über 20 Grad. Für Mittwoch erwartet der Wetterdienst zeitweise Regen, häufig auch schauerartig, sowie örtlich kräftige, teils unwetterartige Gewitter. Von Nordwesten her soll sich das Wetter allerdings im Lauf des Nachmittags langsam beruhigen. Die Temperatur in Berlin steigt auf Werte um 25 Grad mit schwachem Wind, der in Schauer- und Gewitternähe auch böig sein kann.

Endgültig abklingen sollen die Schauer und Gewitter in der Nacht zum Donnerstag, in der die Temperatur auf bis zu 16 Grad zurückgeht. Zum Wochenende hin erwartet der Wetterdienst dann heiteres Wetter und bis zu 27 Grad. (mit dpa)

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