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Gewitter in Berlin : Regen lässt Keller vollaufen

Die Hitzewelle ist vorbei, der Temperatursturz hat die Stadt verändert: Menschen und Pflanzen tut die Abkühlung gut, das Algenwachstum ist gestoppt. Doch vielerorts hat das Gewitter in der Nacht zum Freitag Keller überflutet und Bäume umgerissen. Verletzte gab es laut Feuerwehr nicht.

von und Philip Frank

Heftige Gewitter haben in der Nacht zum Freitag die Hitzewelle in Berlin beendet. Vielen brachte der Regen die lang ersehnte Abkühlung, mancherorts jedoch hatten Feuerwehr und Polizei schwer mit den Wassermassen zu kämpfen. 61 Mal rückte die Feuerwehr zu witterungsbedingten Einsätzen aus, 42 Keller galt es leer zu pumpen. 19 Mal mussten umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste beseitigt werden. Die Polizei sperrte am Morgen zwei Unterführungen. Der Straßentunnel Alt-Friedrichsfelde war bereits nach wenigen Stunden wieder passierbar, eine S-Bahn-Unterführung in der Schlichtallee in Rummelsburg blieb bis 15:30 Uhr gesperrt. Personen wurden laut Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke nicht verletzt. Trotz zahlreicher Sachschäden bezeichnete er die Summe der Einsätze als moderat.
Am stärksten waren die Regenfälle in den Bezirken Marzahn und Tempelhof, dort gingen 35 Liter pro Quadratmeter nieder. 31 immerhin waren es in Schönefeld, am wenigsten, 26, in Tegel.
Für Berlins Flora war der Guss ein Segen. „Die Vegetation ist dankbar für das Nass“, sagte Marc Franusch, Sprecher der Berliner Forste. Gerade an Pflanzennachwuchs sei in den vergangenen Wochen einiges vertrocknet, „die hohen Temperaturen haben den Wald sehr gestresst“. Immer wieder hatten Experten in den letzten Tagen vor Waldbränden gewarnt. Dieses Risiko, sagt Franusch, sei noch nicht gebannt. Ein, zwei kräftige Schauer reichten nicht aus, den Wasserhaushalt auszugleichen. „Durch den ausgezehrten Boden versickert der Regen schnell.“
Mit Temperaturen über 30 Grad ist dem Deutschen Wetterdienst zufolge im Juli aber nicht mehr zu rechnen. Das Wochenende soll wechselhaft werden, die kommende Woche mit Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad deutlich milder als ihre Vorgänger. Sehr erfreut über den Wetterumschwung zeigte man sich bei den Berliner Wasserbetrieben. Der Regen hat Abwasserkanäle gespült und unangnehme Gerüche gedämpft. Allerdings, sagte Sprecher André Beck, seien die Klärwerke dabei an ihre Grenzen gestoßen. „Mehr hätten sie nicht fassen können.“ Mehrere Mischwasserkanäle waren mit dem Niederschlagsvolumen bereits überfordert, so kam es zu Überläufen in die Spree. „Um eine Optimierung der Aufnahmekapazitäten sind wir deshalb bemüht“, versicherte Beck dem Tagesspiegel. Bedenklich sei die Veränderung der Wasserqualität derzeit nicht.
<SB190,65,140>Für die meisten Seen gilt nach dem Gewitter genau das Gegenteil: Der Temperatursturz rettet zahlreiche Gewässer, die aufgrund des aufgeheizten Wassers und starker Algenbildung zu kippen gedroht hatten. Vor allem die Fische wird das freuen. Aber auch Badegäste können nun wieder entspannter schwimmen gehen.

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