Gewitter über Berlin : Das Unwetter tobt gleich nebenan

Auch am Mittwoch gab es wieder lokal begrenzte Gewitter mit Wolkenbruch, so am späten Nachmittag und Abend im Bereich Schmöckwitz, Eichwalde und Köpenick. Das Unwetter vom Dienstagabend war auch deshalb immer noch Gesprächsthema, weil die einen kaum glauben konnten, was die anderen Dramatisches zu berichten hatten.

Stefan Jacobs
Feuerwehr
Die Feuerwehr hatte wieder viel zu tun. -Foto: imago

BerlinLaut Feuerwehr gab es am Mittwoch von 17 bis 21 Uhr 50 Einsätze. In Adlershof setzte eine Blitz den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Brand, in Schmöckwitz stand eine Straße 50 Zentimeter hoch unter Wasser, im Baumschulenweg musste ein Baum nach Blitzeinschlag abgetragen werden. Der Flugverkehr in Schönefeld musste sogar kurzzeitig unterbrochen werden. Und auch für Donnerstag sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes wieder Gewitter in der Hauptstadt voraus.

Bereits am Dienstag hatte es mit Gegrummel am scheinbar harmlosen Himmel begonnen - und mit überschwemmten Kellern in manchen Kiezen geendet, während anderswo nur Tropfen fielen. Das Unwetter war daher auch gestern Gesprächsthema: Von 20 Uhr bis 2 Uhr früh prasselten in Britz 32 Liter auf den Regenmesser des Wetterdienstes Meteogroup - mehr als ein halbes Monatssoll. In Tempelhof, wo vor dem Eröffnungskonzert der Modemesse Bread & Butter Hunderte vor dem Gewitter flüchteten, waren es noch 16 Liter, in Schönefeld zwölf - in Tegel nur ein paar Tropfen. Die Feuerwehr hatte vor allem im Südosten viel zu tun, aber auch in Charlottenburg und Wilmersdorf. Nach reichlich zwei Stunden Ausnahmezustand lautete die Bilanz: 157 Einsätze wegen Wasserschäden und 13 wegen umgeknickter Bäume.

Alexandra Mittermeier von Meteogroup sagt, die Gewitterzellen seien zwar klein gewesen, aber nur sehr langsam von Südosten her westwärts durch die Stadt gezogen. "Deshalb kam an manchen Stellen so viel Regen zusammen, während es zwei Straßen weiter vielleicht gar nicht mehr unwetterartig war." Beim Deutschen Wetterdienst, der als Bundesbehörde zwar vor Gewittern gewarnt, aber keine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben hatte, hieß es "Für den, dessen Keller vollläuft, ist es natürlich ein Unwetter. Aber so präzise Vorhersagen sind physikalisch unmöglich." Auf den versiegelten Böden der Stadt sei auch der Effekt besonders groß.

Nachdem am Mittwoch die Wolkenbrüche - zuerst am nordwestlichen Stadtrand - schon mittags begannen, soll es bei knapp 30 Grad zwar unverändert warm, aber zumindest am Freitag etwas weniger feucht werden.

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