Berlin : Gezerre um Nachfolge für Loveparade

B-Parade-Macher fordern klare Aussage vom Senat

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Nach der Insolvenz des Loveparade-Veranstalters Planetcom gibt es Verwirrung und Streit über mögliche Nachfolgeveranstaltungen, die das Erbe des Techno- Umzuges antreten wollen. Dabei zeichnet sich ein Konflikt innerhalb der Landesregierung ab, ob das kürzlich bekannt gewordene Aus für die Firma Planetcom – die den Exklusivvertrag mit dem Senat über die Durchführung der Loveparade am 15. Juli hatte – den Weg frei macht für andere Veranstalter. Oder ob man stattdessen mit der der Planetcom eng verbundenen Loveparade GmbH doch noch einen Weg findet, die zwei Jahre lang mangels Sponsoren ausgefallene Parade unter altem Namen wiederzubeleben.

„Wir sind interessiert an einem Ereignis dieser Art“, sagt Birgit Schmidt von der Senatsverwaltung für Wirtschaft. „Deswegen führen wir Gespräche mit verschiedenen Interessenten um auszuloten, wo die Chancen am größten sind.“ Mindestens zwei Veranstaltergruppen arbeiten derzeit daran, das Vakuum zu füllen, das die zahlungsunfähige Planetcom hinterlassen hat: Neben der Loveparade GmbH mit ihrer Galionsfigur Dr. Motte, die trotz wiederholter Misserfolge in Berlin die Marke Loveparade nicht aufgeben will, ist dies eine Gruppe um den Musikmanager Ralf Lipus. Der hat bei den Behörden bereits eine Anmeldung für eine „B-Parade“ mit elektronischer Tanzmusik eingereicht.

Im Senat gibt es offenbar unterschiedliche Meinungen, wem man eher zutraut, das Großereignis zu organisieren. So hat sich die Verwaltung von Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) offenbar darauf eingestellt, dass mit dem Aus für Planetkom auch die Rahmenvereinbarung hinfällig ist, auf deren Grundlage man in früheren Jahren mit der Loveparade GmbH kooperierte. Stattdessen scheint man hier eher auf die „B-Parade“ zu setzen. Ebenso hält es die teils vom Land getragene Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), die im Internet bereits als offizieller Kooperationspartner der „B-Parade“ fungiert.

Gleichzeitig versucht die Loveparade GmbH, die Senatsspitze für sich zu gewinnen und den 15. Juli als Veranstaltungstag zu reklamieren. So waren Vertreter des Unternehmens kürzlich bei Senatssprecher Michael Donnermeyer zum Gespräch, um ihre Chancen nach der Planetcom-Insolvenz auszuloten. Donnermeyer, der dem Vernehmen nach die Wiederbelebung der Loveparade unter altem Namen einer neuen „B-Parade“ vorziehen soll, will sich dazu offiziell nicht äußern.

Egal, wer am Ende zum Zuge kommen sollte: Langsam wird es eng mit der Vorbereitungszeit für den Umzug. „Wir kommen uns wie ein Spielball zwischen den Senatsstrukturen vor“, sagt B-Parade-Planer Ralf Lipus. „Wir haben Sponsoren am Haken, die wissen wollen, ob sie mit uns rechnen können.“ Man brauche „so schnell wie möglich Klarheit“. Ähnlich dürfte es der Loveparade GmbH gehen. Offiziell wollen sich deren Vertreter nicht zu den Planungen äußern, aber es ist zu hören, sie hätten im Gegensatz zu den vergangenen Jahren diesmal einen zahlungskräftigen Hauptsponsor an der Hand, der die Parade finanzieren würde. lvt

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