Giftiges Spielzeug : Vor Puppen aus China wird gewarnt

In Berlin waren nur wenige Produkte des gefährlichen Mattel-Spielzeugs zu haben. Kunden können das Spielzeug in den Warenhäusern zurückgeben oder es an den Hersteller senden.

Claudia Stäuble

Auch Berliner Geschäfte sind von der Rückrufaktion des US-Herstellers Mattel betroffen. Kaufhäuser und Spezialanbieter wie das KaDeWe, Karstadt oder auch Toys „R“ Us erklärten auf Anfrage, sie hätten das gefährliche Spielzeug aus den Regalen entfernt. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) warnte vor allem vor dem Kauf von Billigimporten aus Fernost.

Von dem zurückgerufenen Spielzeug sind in Berlin folgende Produkte betroffen: Spielzeugautos des Typs „Sarge“, die Magnetspielzeuge Polly Pocket und Doggie Day Care sowie die Barbie-Puppe mit Hund Tanner. Die Farbe der Spielzeugautos habe einen zu hohen Bleigehalt, hieß es vom Unternehmen Die Spielsets und Puppen enthielten herauslösbare Magnetteile, die von kleinen Kindern leicht verschluckt werden könnten.

Die Berliner Karstadt-Filialen hätten nur sehr geringe Bestände dieser Spielzeuge gehabt, sagte Unternehmenssprecher Michael Scheibe. „Schlimmer wäre es in den Monaten Oktober und November gewesen – wegen des Weihnachtsgeschäftes.“ Es seien nur 20 Artikel von der Rückrufaktion betroffen. Kunden könnten das Spielzeug in den Warenhäusern zurückgeben oder es an den Hersteller senden. Sie erhielten ihr Geld zurück.

Auch das KaDeWe hat laut Sprecherin Claudia Gellrich nur eine geringe Anzahl der beanstandeten Produkte vorrätig gehabt. Bisher sei noch kein Artikel zurückgegeben worden. Die betroffenen Geschäfte wollen sich den Kunden gegenüber kulant zeigen. Toys „R“ Us-Sprecherin Liliane Konnert sagte: „Wir tun alles, um den Hersteller zu unterstützen, dass die Produkte vom Markt kommen.

LAGetSi-Sprecher Robert Rath sagte, das Vorgehen von Mattel sei lobenswert. Markenunternehmen seien zwar vor allem zu schnellem Handeln gezwungen, um ihren Ruf nicht zu ruinieren, sie bürgten aber auch für Qualität. Es geschehe selten, dass ein Hersteller sich an die Rechtsvorschriften halte und Produkte sofort aus dem Verkehr ziehe. Rath warnte vielmehr vor Billigimporten von No-Name-Herstellern aus Fernost. Die, sagte er, genügten häufig nicht den Sicherheitsvorschriften. Die Ware auf Wochenmärkten, in Import-/Export-Geschäften und Läden wie „99 Cent-Stores“ trage häufig gefälschte CE-Zeichen. Mit diesem Zeichen erklärt der Hersteller, dass das Produkt nach den Sicherheitsvorschriften gefertigt wurde. Wird zusätzlich ein externes Prüflabor eingeschaltet, trägt die Ware das GS-Zeichen für „geprüfte Sicherheit“, das die Verbraucherzentrale empfiehlt.

Mattel hatte am Dienstag zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen Kinderspielzeug wegen Sicherheitsproblemen zurückgerufen. Weltweit seien mehr als 18 Millionen Produkte betroffen, hieß es. Mindestens ein Kind ist in den USA laut Regierungsangaben seit 2003 gestorben, nachdem es einen Magneten verschluckt hatte. 19 weitere Kinder mussten sich Notoperationen unterziehen.

Mattel hat eine kostenlose Hotline eingerichtet, Rufnummer: 0800/7898797

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