Berlin : Girls’ Day: Montieren, löten, fräsen

Mädchen lernen beim Aktionstag klassische Männerberufe kennen – noch gibt es freie Plätze

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Mädchen haben bessere Noten als Jungen. Trotzdem beschränken sie sich auf wenige „typisch weibliche“ Berufe wie Verkäuferin, Friseurin oder Arzthelferin. Vor handwerklichen und technischen Jobs schrecken Mädchen immer noch zurück.

Diese traurige Bilanz will der „Girls’ Day“ am 22. April ändern. An diesem Zukunftstag lernen junge Frauen klassische Männerdomänen kennen. 150 Berliner Firmen laden Schülerinnen ein, in einer Werkstatt Zündkerzen zu prüfen oder in Führungspositionen hineinzuschnuppern.

„Die Mädchen lassen ihre Talente brach liegen“, sagte am Mittwoch Berlins Frauensenator Harald Wolf (PDS). Etwa die Hälfte dränge in nur zehn Prozent der Berufe. In technischen Berufen dagegen fehle qualifizierter Nachwuchs. Am kommenden Mittwoch um 9 Uhr eröffnet Wolf den „Girls’ Day“ im Ausbildungszentrum der BVG.

Mit dabei sind unter anderem die Deutsche Bahn, die Gasag, Banken und Bäckereien, Zahntechniklabore und Kfz-Werkstätten. Auch Daimler-Chrysler nimmt an der Initiative teil und lädt 100 Mädchen ein. „Die Mädchen montieren, löten oder fräsen ein Werkstück. Im letzten Jahr waren alle begeistert“, sagt Margarete Haase, kaufmännische Leiterin des Berliner Werks. Noch ist die Frauenquote bei Daimler gering. Von den 180 Auszubildenden lernen nur 13 Mädchen einen technischen Beruf bei dem Automobil-Hersteller. cpa

Für Mädchen der Klassen 5 bis 10 gibt es noch freie Schnupperplätze. Infos montags bis freitags von 14.00 bis 19.00 Uhr unter 0521/1067354 oder www.girls-day.de

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