Berlin : Gleich aufs Ganze

Immer mehr Jugendliche greifen zu harten Drogen Die Zahl der Todesopfer aber geht zurück

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Haschisch, Kokain, Heroin oder Amphetamine? Noch ist unklar, welche Art von Drogen die 14-jährige Kristina Hani genommen hat. Als „Drogenkonsumentin“ sei sie bekannt gewesen, sagt die Polizei. Mehr will sie derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten.

Doch schon 2005 haben die Experten Alarm geschlagen: Gerade bei den minderjährigen Drogenkonsumenten sei im Vergleich zu den Vorjahren neben Amphetamin, wie etwa die Partydroge Ecstasy, auffallend oft auch Heroin und Kokain sichergestellt worden. Zu diesem Ergebnis kam auch der Jahresbericht der Senatsgesundheitsverwaltung 2005.

Schätzungen zufolge gibt es in Berlin rund 8000 Drogenabhängige, davon gelten 700 bis 800 als schwerstabhängig. Diejenigen, die zum ersten Mal illegale Drogen konsumieren, sind demnach durchschnittlich 17 Jahre alt. Laut einer Umfrage, die in dem Bericht veröffentlicht wurde, haben rund 30 Prozent der befragten Berliner Schüler bis zum Alter von 15 Jahren Erfahrungen mit dem Konsum von Cannabis. Sie geben an, dass es keine großen Probleme dabei gibt, sich diese Droge zu beschaffen. Zwar gibt es in Berlin keine große, öffentlich sichtbare Drogenszene wie in anderen Großstädten. Dafür aber „regionale Szenebrennpunkte“, wie es in dem Bericht heißt. So auch in Neukölln, wo Kristina Hani lebte. Hier gilt der Volkspark Hasenheide als Drogenschwerpunkt; in Mitte ist es der Weinbergspark, wo die Dealer herumstehen, um vor allem Haschisch und Marihuana zu verkaufen.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Drogentoten auf 161 gesunken. Dies ergab eine Auswertung der Monate Januar bis November. Im Vorjahreszeitraum waren es 174. Zu 79 Prozent waren es Männer, die am Konsum von Rauschgift starben. Meistens nahmen die Konsumenten Heroin oder Kokain und andere Rauschgifte gleichzeitig ein. tabu

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