Gleimviertel : Streit ums Grillen in Prenzlauer Berg

Grillfreunde und Anwohner streiten in Prenzlauer Berg, nun fordert eine Gruppe genervter Anwohner rund um den Falkplatz sogar ein Grillverbot. Das Bezirksamt versucht zu vermitteln.

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Nach dem Grillabend. Auch der zurückbleibende Müll der Barbecue-Fans stört die Anwohner des Mauerparks.Foto: ddp

Sommerzeit ist auf dem Falkplatz und im angrenzenden Mauerpark Grillsaison. Das Gelände ist der einzige Ort, wo man im Bezirk Pankow Grills aufstellen darf. Weil das im Humboldthain nicht erlaubt ist, kommen auch die Nachbarn aus dem Wedding gerne mit Würstchen und Fleisch nach Prenzlauer Berg. Das Vergnügen der einen entwickelt sich für die Anwohner aber immer mehr zur Plage – wegen der Rauchschwaden auf ihrem Balkon, des Lärms und des Mülls.

„An sonnigen Tagen verschwindet der Falkplatz unter einer Rauchwolke“, sagt Heiner Funken vom Bürgerverein Gleimviertel. Das Areal sei nach warmen Wochenenden oft völlig vermüllt. Funken plädiert für mehr Grillflächen in Pankow sowie im Nachbarbezirk Mitte, damit sich die Belastung besser verteile. Eine Gruppe genervter Anwohner fordert sogar ein Grillverbot. Nach Einschätzung von Alexander Puell vom Verein Freunde des Mauerparks spiegelt dieser radikale Vorschlag nicht die Mehrheitsmeinung unter den Anwohnern wider. Dennoch müsse etwas geschehen. Puell kann sich beispielsweise vorstellen, das Grillen auf zehn oder 15 fest zu installierende Grills zu beschränken.

Laut Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) häufen sich die Beschwerden. Schon in der Woche nach Ostern hatte er angekündigt, dass im Bezirksamt über eine Lösung nachgedacht werde. Nun sucht Köhne das Gespräch mit Grillfreunden und Anwohnern. Angestrebt sei eine ergebnisoffene Diskussion. Alexander Puell von den Mauerparkfreunden freut sich darüber, dass über das Problem „nicht im Hinterzimmer entschieden wird“. Der Bürgertreff findet am Mittwoch um 19 Uhr im Kieztreff, Kopenhagener Straße 50, statt. wek

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