Berlin : Globe Ground: Flughafen-Mitarbeiter sollen Unternehmer werden

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Zu vielen kleinen Unternehmern sollen die etwa 1500 Mitarbeiter der Flughafenservicegesellschaft Globe Ground werden. In einem bisher nach Angaben der Gewerkschaft ÖTV einmaligen Tarifvertragsentwurf ist vorgesehen, die Mitarbeiter an dem Unternehmen zu beteiligen. Sie sollen nicht nur am Gewinn - und möglicherweise auch an einem Verlust - beteiligt werden, sondern auch gemäß ihren Anteilen mitbestimmen. Dazu soll eine Beteiligungsgesellschaft gegründet werden, die die Anteile der Mitarbeiter verwaltet.

Die Eckpunkte des Vertrages, der fünf Jahre gelten soll, sehen vor, dass die Mitarbeiter jedes Jahr eine Tariferhöhung von 2,5 Prozent erhalten. Hinzu kommt ein Inflationsausgleich und bei der Beteiligung dann auch ein Gewinnanteil. Würde Globe Ground, das Bodendienste und die Abfertigung der Passagiere übernimmt, Verlust einfahren, wird nach dem Tarifvertrag zunächst das Urlaubsgeld in Höhe von 1750 Mark gestrichen. Wegfallen könnte zudem auch ein halbes Gehalt. Vorgesehen ist zudem eine Kürzung bei den so genannten Endgehältern um insgesamt 7,5 Prozent.

Mit dieser Vereinbarung solle Globe Ground, die frühere BLAS, an der bisher die Flughafen-Holding zu 51 Prozent und die Lufthansa zu 49 Prozent beteiligt sind, gegenüber anderen Anbietern wettbewerbsfähig werden, betonten jetzt der Verhandlungsführer der ÖTV, Helmut Bojanowski, und Globe-Ground-Geschäftsführer Michael Garvens. Uneinig sind sich die Verhandlungspartner noch über den Preis, den die Mitarbeiter für die Anteile an dem Unternehmen bezahlen müssen. Auch die Art der Finanzierung ist noch ungeklärt. Das Stammkapital beträgt 12 Millionen Mark. Durch die Vereinbarungen könnte Globe Ground nach Angaben von Garvens etwa 15 Millionen Mark sparen. Das Unternehmen hat bereits zwei Aufträge an billigere Konkurrenten verloren, einen aber auch gewonnen.

Für Mitarbeiter hat die Gewinnausschüttung bei einer Beteiligung am Unternehmen den Vorteil, dass der Auszahlungsbetrag steuerfrei ist. Globe Ground zahlte bereits einmal pauschal 2400 Mark als Gewinnbeteiligung aus. Übrig blieben davon nach Abzug der Steuern nach Bojanowskis Angaben etwa 1000 Mark.

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