Glosse : Kippende Kuben

05.07.2012 00:00 Uhrvon

Ralf Schönball lobt die Krise, die Bausünden im Zentrum verhindert.

Dass große Konzerne in schwierigen Zeiten nicht mit Geld um sich werfen, ist diesmal ein Glücksfall für Berlin – Thyssen-Krupp wird nun doch keinen Glaskubus am Schlossplatz 2 abwerfen. Der Blick auf das Staatsratsgebäude bleibt frei. Ob der letzte noch nicht gesprengte große Staatsbau aus DDR-Zeiten wirklich schick ist, darüber sollen andere streiten. Sicher ist: Der am Schlossplatz geplante Klon der Essener Thyssen-Krupp-Zentrale hätte der historischen Stadt einen Dolchstoß versetzt – mitten ins Herz. Es ist ohnehin ein Jammer, wie wenig über Planungen auf der Spreeinsel diskutiert wird, obwohl Archäologen hier die ältesten Zeugnisse Berlins ausgruben.

Weil aber niemand aufbegehrt, kommt der Senat auch mal großzügig Investoren entgegen: Nach dem Abriss der DDR-Platten in der Breiten Straße, genehmigte er in Sichtweite des Schlosses ähnlich gewaltige Renditeklötze. Kein Gefühl für den historischen Maßstab, der Berlin hier so gut täte, kleinere Parzellen, kleinere Bauten trügen südländischen Flair auf das preußische Eiland. Perdu ist es hier, anderswo nicht, lieber Senator Müller, besinnen Sie sich auf die Historie! Der gekippte Kubus lässt hoffen.

Umfrage

Sommerzeit ist Badezeit. Gehen Sie gerne in Berliner Seen schwimmen?

Service

Zehlendorf Blog

Wir möchten mit Ihnen ein Experiment wagen: Unsere Zehlendorf-Seite ist online - das digitale Magazin aus dem Berliner Südwesten. Ein journalistisches Produkt zum Mitgestalten. Jeden Tag kümmern wir uns, gemeinsam mit Jugendlichen und Leser-Reportern, um die spannendsten Geschichten aus dem Stadtteil, um lokale Politik und das Lebensgefühl der Menschen.
Der Zehlendorf Blog - das neue hyperlokale Online-Magazin

Entdecken Sie Berlin


Wo sind die besten Cafés der Stadt zu finden? Wo die besten Spielplätze? Oder wie finde ich die interessantesten Museen und Theater?
Mit der neuen Best-of-Berlin-App können Sie spielend Berlin entdecken.

Der Stadtleben-Blog

In Berlin kommt man nicht zur Ruhe. Zum Glück. Hier bloggen vier Tagesspiegel-Autoren über Kultur, Szene und Nachtleben der Stadt.
Berichte aus einer lauten Stadt

Nachrichten aus den Bezirken

Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
Diskutieren Sie mit!

Weitere Themen

Willkommen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden Lesungen und Salons, Konzerte, Vorträge und Seminare für Leserinnen und Leser statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.
Das Stadtmagazin des Tagesspiegels.

Tagesspiegel-Spendenaktion

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...