Glosse : Warum nicht "Kiff dich clever"?

Stephan Wiehler warnt vor Trinkgelagen im Schulunterricht

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Wenig Feuer wärmt, viel Feuer brennt“, sagt der marokkanische Volksmund. Eine Weisheit, die im Prinzip für alles gilt, was süchtig machen kann, ob Schokolade, Arbeit, Sex, Tabak oder Alkohol. Damit in Zukunft nicht mehr so viele Menschen als fettleibige, lüsterne Workaholics durchs Leben schwanken, sollen Jugendliche jetzt frühzeitig lernen, genussvoll Maß zu halten, und in Trinkworkshops in Schulen und Jugendeinrichtungen die Erfahrung machen, dass Alkohol auch „schlau“ statt „blau“ machen kann. Die Schnapsidee zu diesem Präventionsprogramm stammt aus dem Brandenburger Gesundheitsministerium. Dabei sollte sich unter Bildungs- wie Suchtexperten doch spätestens seit dem verunglückten Experiment des Professor Bömmel in der „Feuerzangenbowle“ („Aber jäder nur einen wänzigen Schlock“) herumgesprochen haben, dass sich die alkoholische Gärung als Unterrichtsthema nicht mit praktischen Übungen verträgt. Vielleicht probieren es die Ministerialbeamten lieber mal mit dem Kurs „Kiff dich clever“.

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