Berlin : Gold für deutsche Hockeyspieler: Bei Zehlendorfer Wespen brummte es

Juliane Schäuble

Erst als das ZDF die Hockey-Übertragung beendet hat, können sie sich von der Leinwand lösen. „Wir sind es!“ ruft einer. Alle klatschen noch einmal, rhythmisch, und ziemlich befreit. „Mein Puls rast, ich bin total k.o.“ Susanne Ahlgrimm lacht und klatscht weiter.

Wenige Minuten vorher sind die deutschen Hockey-Herren gegen Spanien Olympiasieger geworden – und die Zehlendorfer Wespen gleich mit. Denn einer der ihren ist direkt beteiligt an diesem Triumph. Wann immer die Nummer 23 auf dem Spielfeld in Peking eingeblendet wird, rufen sie seinen Namen: Keller, los! Florian Keller, 26 Jahre alt, Sprössling der erfolgreichen Hockey-Dynastie. Der Stürmer ist das große Vorbild.

Aber bis sie befreit aufschreien und die Arme hochreißen dürfen, wird es erst einmal eine nervenaufreibende Zitterpartie für die rund 100 Fans im Vereinsheim in der Lloyd-G.-Wells-Straße in Zehlendorf. Zweimal 35 Minuten müssen die Fans der deutschen Hockeyspieler bangen, und sie wissen, dass das Spiel auch anders als erhofft ausgehen kann. „Ich kann gar nicht hinschauen.“ Max Jesse hält es nicht auf seinem Stuhl, immer wieder springt er auf, ballt die Fäuste, trommelt gegen die Wand. Der 27-Jährige zählte selbst zu den Nachwuchshoffnungen, war im Perspektivkader der Nationalmannschaft und hat sogar einmal bei der Champions Trophy mitgespielt.

Eine halbe Stunde nach dem Abpfiff sind die meisten Fans schon wieder nach Hause gegangen. Gefeiert wird an diesem Abend nicht. Das heben sich die Zehlendorfer für den Montag auf, wenn die Hockey-Kellers nach Berlin zurückkehren. Denn im Flieger wird auch Florians ältere Schwester Natascha sitzen, die mit ihrer Mannschaft in Peking aber nur den vierten Platz holen konnte. „Sie landen um 19.10 Uhr in Tegel und wir holen sie ab“, sagt Bernd Rannoch, bei den Wespen zuständig für den Hockeysport. Und dann geht’s ins Vereinsheim „zum Partymachen“. „Die werden zwar fix und fertig sein“, sagt Rannoch, „aber das ist dann alles egal.“Juliane Schäuble

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