Berlin : Goldener Glanz in der Kuppel

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Heute ist ein großer Tag für den Berliner Dom am Lustgarten: In einer Vesper mit Bischof Wolfgang Huber wird das achte und letzte Mosaik in der Kuppel des Gotteshauses enthüllt. „Dann erstrahlt der Dom wieder in voller Pracht und Schönheit – wie er bis 1944 zu sehen war“, freut sich Domprediger Friedrich-Wilhelm Hünerbein. Damals stürzte die Hauptkuppel nach einem Bombeneinschlag in die Tiefe, die gemauerte Innenkuppel mit den Mosaiksteinchen war fortan schutzlos der Witterung preisgegeben. Die Steinchen lösten sich, fielen quasi aus den Bildern – 1984, als der Aufbau des Inneren begann, konnte eines von acht der 39 Quadratmeter großen Darstellungen der Seligpreisungen rekonstruiert werden. Die sieben anderen wurden nach den noch vorhandenen Entwurfszeichnungen Anton von Werners vollständig erneuert. Stets wurden sie, fast 70 Meter hoch hängend, feierlich enthüllt, aber stets deuteten Gerüste das Unfertige an. Nun aber sind die Gerüste, auf denen die Künstler einer toskanischen Firma Berlins größte Puzzle-Bilder zusammengesetzt haben, abgebaut. Die Arbeit ist beendet, der goldene Glanz der acht Mosaiken im Himmel des Doms darf bewundert werden. Man müsste einen Feldstecher haben, um das Mosaikhafte der Seligpreisungen zu erkennen. Auch das letzte, aus 500 000 Steinchen bestehende Bild zum Thema „Selig sind, die da Leid tragen“ wurde in einer Werkstatt seitenverkehrt ausgebreitet und dann, in 395 Segmente zerlegt, von den schwindelfreien „Mosaizisten“ Stück für Stück in der Kuppel zusammengefügt (Foto: ddp). Die Glassteinchen, die der Fachmann „Smalten“ nennt, haben 2000 Farbnuancen und 16 Goldtönungen. Lothar Heinke

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