Goldhahn & Sampson : Die Mischung macht’s

Zwei Genießer haben ihr Lieblingsgeschäft erfunden: Feinkost-Store, Café, Kochbuchladen und Kochschule in einem – Goldhahn & Sampson.

Katja Gartz

Geschäfte mit erlesenen Lebensmitteln gibt es reichlich. Aber Feinkost, ein Café, ein Kochbuchladen und eine Kochschule zusammen, das gibt es in Berlin nur am Helmholzplatz in Prenzlauer Berg. Seit knapp zweieinhalb Jahren freut sich „Goldhahn & Sampson“ über immer mehr Kunden – aus dem Kiez und unter Berlinbesuchern. Unübersehbar, dass sich da zwei gefunden haben, die in ihrer Geschäftsidee aufgehen.

Andreas Klöckner, gelernter Koch, hat zehn Jahre in Australien Erfahrungen in seinem Beruf gesammelt, ein Café in Melbourne betrieben und nach seiner Rückkehr den Plan von einem gut gehenden Restaurant mit panpazifischer Küche begraben. Sascha Rimkus ist ein Jurist, der bereits während seines Studiums einen ausgeprägten Hang zur Gastronomie entwickelte und als Bar- und Restaurantmanager herumgekommen ist. Sie lernten sich bei einem Cateringauftrag kennen und entwickelten ihre Geschäftsidee. Erst sollte es ein Laden mit guten Lebensmitteln werden, aber das war schnell vom Tisch. In verschiedenen Metropolen holten sie sich Inspiration. Was dann entstand, haben sie so nirgends gefunden. „Alles unter einem Dach, das ist super“, sagt Andreas Klöckner über ihr System der vier Elemente.

Die beiden stehen vergnügt hinterm Ladentisch, plaudern mit Gästen, schmieden Pläne. Mit ihrem Sortiment, das von 300 auf 1500 Produkten gewachsen ist, schicken sie ihre Kunden auf Reise: Bio-Eier aus Görlitz, Leberwurst der Rügener Landschlachterei, englische Fruchtpürees für Käse, Gelbflossen Thunfisch und weiße Knoblauch-Gazpacho aus Spanien, Zweige griechischen Bergtees, eine im Zedernholzfass gereifte Sojasoße eines japanischen Bauernhofes.

„Viele Anregungen und Produktinformationen bekommen wir von unseren Köchen und auch von unseren Gästen, die im Urlaub etwas Besonders entdeckt haben“, erzählt der 34-jährige Sascha Rimkus. Je bekannter ihr Geschäft werde, desto mehr würden auch die Lieferanten auf sie aufmerksam. Zu schätzen wissen Rimkus und Klöckner besonders, dass sie mit jedem neuen Produkt, Rezept oder Kontakt zu einem neuen Winzer ihr kulinarisches Wissen erweitern. Jeden Mittwoch kommt ein großer Karton per Post mit frisch duftendem und knusprigen Inhalt: ein Wagenrad großes Landbrot mit Kümmel und Fenchel, Sattlerbrot von der Traditionsbäckerei Schüller, die seit 1889 in Bamberg ansässig ist. Die ist einer von fünf Brotlieferanten, zu denen auch Soluna aus Kreuzberg und die bayrische Hofpfisterei zählen.

International sind ebenfalls die Kochkurse, die mit Gastköchen veranstaltet werden: Thai Cuisine, kantonesische und mediterrane Fischküche, klassische österreichische Küche. Coffee-Shop-Baking, Wein- und Whisky-Seminare stehen ebenfalls auf dem Programm. „Die Kurse laufen nach wie vor gut, von Krise merken wir nichts“, sagt Andreas Klöckner, 42. Die beiden profitieren vom wachsenden Bewusstsein für gesunde Ernährung sowie dem anhaltenden Kochtrend. Während sich Sascha Rimkus als Fachmann für Getränke vor allem um Wein, Whisky und andere Flüssigkeiten kümmert, ist Andreas Klöckner als Koch auch für besonderen Kuchen zuständig. Seine Himbeer-Mascarpone-Tarte – ein Gedicht. Damit die Kuchen am Wochenende nicht mehr so schnell ausgehen, soll nun Verstärkung eingestellt werden.

Die Genießer Klöckner und Rimkus stecken voller Pläne: Sie wollen ihr Sortiment mit Kochutensilien erweitern, mehr frische Produkte, Wurst, Schinken und Käse anbieten, ihren Onlineshop ausbauen, langfristig weitere Läden eröffnen. Heißen die dann ähnlich? Den Namen des jetzigen Geschäfts haben sie aus denen ehemaliger Lebensabschnittspartnerinnen zusammengesetzt.

Goldhahn & Sampson, Dunckerstr. 9, Prenzlauer-Berg. Mo. bis Sa. 10 bis 20 Uhr.

Die Kochkurse kosten inklusive Wein und Wasser 60 Euro, die Back- und Weinkurse 30 und das Whisky-Seminar 40 Euro.

Tel. 41 19 83 66, www.goldhahnundsampson.de

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