Berlin : Goldrichtiger Gänsebraten

Frank Zander lud Berlins Obdachlose zum Essen ein

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Viele dieser Hotelgäste riechen nicht gut. Manche tragen mehrere Hosen und Pullover übereinander, verstauen ihre Habe in Plastiktüten. Doch wenn Frank Zander die Obdachlosen alle Jahre wieder ins EstrelHotel einlädt, ist das Nebensache. Da feierte der 62-jährige Sänger gestern am frühen Abend mit 1500 Gästen ein Weihnachtsfest – samt Gänsebraten und Showprogramm. Seit zehn Jahren ist das Tradition und für viele Menschen von der Straße das Fest des Jahres. Die Berliner Diakonie schätzt, dass es die größte deutsche Party für arme Menschen ist.

Der Aufwand für die Obdachlosen- Feier gleicht der Organisation einer Großveranstaltung. Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk und der Caritas hatte der Entertainer in diesem Jahr den gesamten Festival-Trakt des Estrel-Hotels gebucht. Säle, in denen sonst „Bambis“ an Stars verliehen und Schönheitsköniginnen gekrönt wurden. Nun standen im Hotel 150 weiß eingedeckte Zehnertische für Gäste ohne ein Zuhause. Zander hat nicht nur 25000 Euro Spendengelder für das Fest gesammelt, sondern „er trifft auch den richtigen Ton, die Obdachlosen sind begeistert von ihm“, sagt Hermann Pfahler vom Diakonischen Werk.

Gibt es ein Geheimrezept für Entertainer, die Obdachlosen Berlins zu unterhalten? „Mein Vater behandelt sie so, als ob er sie zufällig in der Kneipe trifft“, sagt Zanders Sohn Marcus. Es gebe kein Mitleid, auch keine Belehrung. Beim Servieren hatte Frank Zander bekannte Helfer: Ayman , Frank Schöbel , Karl Dall , Hans-Werner Olm und Brigitte Grothum waren gekommen. 1500 Portionen Gänsebraten hatte Frank Zander bestellt – so viel wie noch nie zuvor. Tsp

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