"Got to dance" : Wie David Pereira das Finale für sich entscheiden will

Normalerweise tanzt er im Wintergarten, heute will David Pereira die TV-Show „Got to dance“ gewinnen – doch auch andere Wahl-Berliner nehmen an der Show teil.

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David Pereiras Show "Der helle Wahnsinn" läuft gerade im Wintergarten.
David Pereiras Show "Der helle Wahnsinn" läuft gerade im Wintergarten.Foto: Maria Fiedler

Er wirkt ein wenig erschöpft und trotzdem aufgekratzt: David Pereira hat seine schwarze Lederjacke über die Schultern geworfen und sitzt mit einem Milchkaffee vor dem Varietétheater „Wintergarten“ in der Potsdamer Straße in Tiergarten. Hier tritt der Tänzer normalerweise auf, aktuell in der Show „Der helle Wahnsinn“ und bald wieder in „David Pereira’s Trip“ – doch heute hat er noch einmal seine Choreografie für „Got to dance“ geprobt. Pereira wird am Donnerstag im Finale der Pro7-Sendung zu sehen sein – der 23-Jährige gilt als einer der Favoriten.

Gegen elf andere Finalisten-Teams und Einzeltänzer muss er sich dann beweisen, in anderthalb Minuten noch einmal sein ganzes Können abrufen. Dann entscheiden die Zuschauer, wer den Wettbewerb gewinnt – und 100.000 Preisgeld. „Natürlich will ich vorne mit dabei sein, aber mir ist es auch wichtig, dass die Leute mögen, was ich tue“, sagt Pereira. In den vergangenen Tagen war er viel unterwegs, ist nach Köln geflogen, wieder zurück nach Berlin, hatte Auftritte im Wintergarten. Daher die Erschöpfung. „Aber ich mag das – es ist besser, als total ausgeruht zu sein.“

Schon seit vier Jahren lebt der gebürtige Spanier in Berlin und hat in einer WG in der Nähe des Görlitzer Parks ein neues Zuhause gefunden. „Ich liebe den Mix der Kulturen in Kreuzberg – viele Leute sind hier ein bisschen verrückt, aber das wird von allen akzeptiert“, sagt er. Nach Berlin zu ziehen, sei ein großer Schritt für ihn gewesen. Pereira stammt ursprünglich aus Vigo im Nordwesten Spaniens. „Dort wird viel getratscht. Hier habe ich die Freiheit, meine eigenen Fehler zu machen. Hier kann ich einfach ich selbst sein.“ Und auch für seine Karriere war der Umzug nach Berlin eine gute Entscheidung. Gemeinsam mit der Künstlerschmiede Base Berlin habe er seinen eigenen Stil entwickelt – der Höhepunkt nun seine eigene Show im Wintergarten. „Es ist eben schon einfacher, in Berlin Karriere zu machen als in New York“, sagt er.

"Der helle Wahnsinn" im Wintergarten
Faxen in der Anstalt. Pianist und Sänger Jack Woodhead (links außen) als schwuler Freiherr und Akrobat David Pereira als „Zigeunerjunge“ im Mädchenkleid (rechts außen) sind die Stars der Ensembleshow.Alle Bilder anzeigen
1 von 6Foto: R. Pater
25.07.2014 18:14Faxen in der Anstalt. Pianist und Sänger Jack Woodhead (links außen) als schwuler Freiherr und Akrobat David Pereira als...

Neben Pereira haben es auch zwei andere Tänzer von Base Berlin ins Finale der Tanzshow geschafft: Chris Myland und Felice Aguilar. Die beiden stammen ursprünglich aus Hannover und sind bereits seit Schulzeiten ein Tanzduo. Auch an der TV-Show „Das Supertalent“ haben sie gemeinsam teilgenommen. Und nun also „Got to dance“. „Wir haben nie geglaubt, dass wir ins Finale kommen. Jetzt blieben uns nur wenige Tage Zeit, um unsere Performance vorzubereiten“, erzählt Myland am Telefon.

Gerade ist er in Berlin am Flughafen gelandet – während der vergangenen Tage stand er mit seiner Tanzpartnerin in Edinburgh bei einem Festival auf der Bühne. Viel kann er jetzt noch nicht über den Auftritt im Finale verraten, aber es soll „sehr puristisch, sehr emotional werden, Chris-und-Felice-Style eben“, sagt er. Der wurde auch stark von den vier Jahren beeinflusst, die die beiden Tänzer nun schon in Berlin wohnen. „Wir haben den künstlerischen Spirit der Stadt aufgesaugt, interpretiert und umgesetzt. Man trifft hier auf so unterschiedliche Leute und Denkweisen“, erzählt der 24-Jährige.

Während Myland und Aguilar vor dem Finale schon spürbar nervös sind, gibt sich Pereira locker. „Auf der Bühne bin ich nicht mehr unsicher. Ich will mit meiner Performance einfach noch einmal zeigen: Das ist, wer ich bin und wie ich mich bewege. Man kann mich nicht in eine Schublade stecken.“ Seinen Auftritt probt Pereira schon seit Wochen – alles sei auf diese eineinhalb Minuten ausgerichtet, die er dann beim Finale im Rampenlicht stehen werde. Doch die Strapazen bedeuten nicht, dass er sich nach seiner Rückkehr nach Berlin eine Pause gönnen will: Am Freitag wird er bereits wieder im Wintergarten auftreten.

Das Finale von „Got to dance“ läuft am heutigen Donnerstag um 20.15 Uhr auf Pro 7. Die Wintergarten-Show „Der helle Wahnsinn“ mit David Pereira läuft noch bis zum 5. Oktober, Karten ab 32 Euro. Infos unter: www.wintergarten-berlin.de

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