Gottesdienst am Sonntag in Berlin : Willkommen in Bohnsdorf!

Ein Gottesdienst am Sonntagmorgen am Stadtrand, zwischen Enten im Dorfteich und Orgelmusik in der Dorfkirche.

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Gottesdienst in Bohnsdorf, natürlich mit der Bibel.
Gottesdienst in Bohnsdorf, natürlich mit der Bibel.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Beschauliche Einfamilienhäuser stehen um den alten Dorfanger, eine einsame Ente schwimmt auf dem kleinen Teich. Schneereste liegen in den Gärten. Es ist ruhig in Bohnsdorf, einem ganz am Berliner Stadtrand gelegenen, noch immer dörflich wirkenden Ortsteil von Treptow-Köpenick. Doch um kurz vor halb elf durchbrechen Glockenklänge die Stille. Sie laden ein zum Gottesdienst. Nach und nach kommen die Menschen zur Dorfkirche, die wie fast überall in Berlin und Brandenburg auf der Mitte des Dorfangers steht. Sie öffnen die schwere Eisentür und nehmen im Licht der Morgensonne auf den Kieferbänken Platz.

Am Eingang gab es für jeden ein Gesangbuch, und auch Pfarrer Ulrich Kastner ist schon da. Im Talar geht er durch den Mittelgang der Kirche, begrüßt seine Gemeinde, hat für jeden Gottesdienstbesucher ein freundliches Wort auf den Lippen. Und bevor es mit dem Gottesdienst losgeht, weist er noch einmal darauf hin: Vor der ersten Seite des Gesangbuchs ist ein Ablaufplan eingeklebt. Auch wer noch nie in Bohnsdorf in der Kirche war, soll sich im Gottesdienst zurechtfinden. Schließlich fängt die Orgel an zu spielen. Die alt vertrauten Choräle erklingen, Lieder, die schon vor vielen Jahren in dem 1757 erbauten, barocken Gotteshaus zu hören waren. Wer nach vorne blickt, liest auf der Kanzel einen Vers aus dem biblischen Jakobusbrief. „Seit aber Täter des Wortes, und nicht Hörer allein.“ In alter, gotischer Schrift ziert er die Predigtstätte des kleinen Kirchleins. Auch Ulrich Kastner wird nun zu einem „Täter des Wortes“: Zu seiner Gemeinde spricht er über das Gleichnis vom Sämann – eine von Jesus in der Bibel erzählte Geschichte: Ein Bauer streut seinen Samen aus. Drei Viertel fallen auf unfruchtbares Land, ein Viertel aber geht auf.

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„Eine alltägliche Szene aus der Landwirtschaft, weniger eindrucksvoll geht es kaum noch“, sagt Kastner. „Und die naheliegendste Interpretation ist klar: Jesus ist der Bauer, und seine Botschaft der Samen.“ Jesus habe seine Zuhörer also zu einem frommen Leben animieren wollen. Kastner aber reicht das nicht. „Jesus spricht dieses Gleichnis zu seinen Jüngern“, sagt der Pfarrer. „Sie waren den Erfolg gewohnt.“ In dieser Situation seien es doch eher die Jünger, „die als Sämann unter die Leute gehen.“ „Die Geschichte ist eine Warnung an die Jünger, sich nicht zu übernehmen oder zu überanstrengen“, schließt Kastner. „Jesus sagt: Verzweifelt nicht, verzagt nicht, es ist nicht umsonst.“ Selbst wenn nur ein kleiner Teil der Arbeit, gerade einmal ein Viertel, am Ende Erfolg bringt. „Aber wer nur den Erfolg kennt, der kann auch mutlos werden, wenn der Erfolg mal nachlässt.

Die Kirche im Netz unter www.kirche-bohnsdorf.de

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Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
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