Gourmets in Berlin : Der Meisterkoch vom Bahnhof Zoo

Die Jury der Berlin-Partner zeichnet Roel Lintermans vom „Les Solistes by Pierre Gagnaire“ zum "Berliner Meisterkoch 2014" aus. Dabei kocht er erst seit weniger als zwei Jahren im Waldorf Astoria am Zoo.

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Schnelle Soße. Seit Januar 2013 ist Roel Lintermans Chefkoch im Restaurant „Les Solistes by Pierre Gagnaire“ im Waldorf Astoria an der Hardenbergstraße.
Schnelle Soße. Seit Januar 2013 ist Roel Lintermans Chefkoch im Restaurant „Les Solistes by Pierre Gagnaire“ im Waldorf Astoria an...Foto: Mike Wolff

Mancher Koch hat es nicht leicht, sich ein eigenes Profil zuzulegen und damit auch bekannt zu werden. So mag es Roel Lintermans gehen, dem Küchenchef im „Les Solistes“ in Berlin – denn er arbeitet dort als Statthalter des berühmten Pariser Küchenchefs Pierre Gagnaire. Doch Lintermans hat trotzdem nur ein gutes Jahr gebraucht, um sich auf dem umkämpften Berliner Markt einen eigenen Namen zu machen; inzwischen raunen viele, die Solistes-Küche sei durchaus besser, wenn Lintermans selbst kocht und nicht, was manchmal vorkommt, seinem Herrn und Meister den Vortritt am Herd lässt...

Nun wurde Roel  Lintermans von der Jury der Berlin-Partner zum „Berliner Meisterkoch 2014“ gewählt, und das gegen hochkarätige Konkurrenz. Er sei „wahrhaft in Berlin angekommen“, heißt es in der Laudatio, die der Juryvorsitzende Stefan Elfenbein am Mittwoch der Presse vorstellte, „gekonnt, kunstvoll und ausgesprochen mutig kombiniert er intensivste Aromen und ungewohnte Texturen.“ Das Restaurant im Hotel Waldorf-Astoria am Zoo ist seit dem vergangenen Herbst mit einem Michelin-Stern und 16 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet. Lintermans hatte vor seinem Wechsel nach Berlin für Gagnaire das Londoner „Sketch“ geleitet. „Der Titel ‚Berliner Meisterkoch‘ bedeutet mir sehr viel, vor allem“, sagte Lintermans, „weil ich in Berlin eine zweite Heimat gefunden habe.“

Neuer Schwung für die City West
Es tut sich was in der City-West: Neue Hotels, Bars und Restaurants eröffnen und sorgen für neuen Schwung in der bisher nicht gerade als Szene-Kiez bekannten Gegend. Wird die City-West jetzt die neue Torstraße?Weitere Bilder anzeigen
1 von 54Foto: Timur Emek/Promo
07.06.2014 14:28Es tut sich was in der City-West: Neue Hotels, Bars und Restaurants eröffnen und sorgen für neuen Schwung in der bisher nicht...

Zum „Aufsteiger des Jahres“ wählte die Jury Marcus Zimmer vom neu eröffneten Restaurant im Hotel am Steinplatz. Er wird gelobt für seine Konsequenz im Umgang mit deutscher und Berliner Küche. Dies zeige, „dass Berlins neue Genussgeneration auch mit Stolz mit den eigenen kulinarischen Wurzeln umgehen kann“.

Die Auszeichnung für den „Brandenburger Meisterkoch“ geht diesmal wieder nach Potsdam, und zwar an Carsten Rettschlag, schon länger Küchenchef, nun aber auch Besitzer des „Juliette“ in der Altstadt. Er habe durch sein Spiel mit besten lokalen Produkten eine eigene Handschrift ausgearbeitet, die seine Küche unverkennbar mache, hieß es.

„Berliner Szenerestaurant“ des Jahres wurde das „The Grand“ in der Nähe des Alexanderplatzes, das sich laut Laudatio jeden Tag vom Ort für den Business-Lunch bis zum ausgelassenen Club mit Bar wandele und mit der dennoch unverkennbaren Küchenhandschrift von Tilo Roth beeindrucke.

Hotel am Steinplatz
Herzlich willkommen. Zwei „Bellboys“ vor dem Hotel am Steinplatz. Am Montag, 16. Dezember, macht das ursprünglich vor 100 Jahren eröffnete Fünf-Sterne-Haus nach langem Leerstand wieder auf.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: Mike Wolff
11.12.2013 20:21Herzlich willkommen. Zwei „Bellboys“ vor dem Hotel am Steinplatz. Am Montag, 16. Dezember, macht das ursprünglich vor 100 Jahren...

Außerdem vergab die Jury wie jedes Jahr den Titel „Berliner Gastgeber“, der an Peter Frühsammer ging, einen guten alten Bekannten, der schon in den 80er Jahren als Sternekoch erfolgreich war und nun die Gerichte seiner Frau Sonja an den Gast bringt. „Man fühlt sich als Gast schlichtweg an die Hand genommen“, urteilte Jury-Leiter Elfenbein. 

Fehlt noch was? Tim Raue, natürlich. Der einzige international bekannte Berliner Küchenchef ist der „gastronomische Innovator“ des Jahres, ein Titel, den die Jury noch über den „Meisterkoch“ stellt. Raue, im Moment Herr über drei Restaurants, trat dem möglichen Eindruck entgegen, dies sei eine Art Lebenswerk-Auszeichnung. Er möchte, so kündigte er an, bis 2018 jedes Jahr in der Stadt ein weiteres Restaurant eröffnen, und immer eine Nische besetzen. „Tim Raue“ in Kreuzberg, „Sra Bua“ im Adlon und das „Soupe populaire“ in der Bötzow-Brauerei laufen bestens, die Weddinger „Factory“ soll im November kommen. Das nächste könnte schlicht und echt kantonesisch sein.

96 Ortsteile, 96 Bilder, 100 Prozent Berlin
Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
1 von 96Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...
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