Berlin : Granaten im Gebälk: Zwei Blindgänger entschärft

Zweimal mussten die Sprengstoffexperten der Polizei gestern ausrücken, weil Munition aus dem Krieg gefunden worden war. In einer Zwischendecke eines Hauses in der Gleimstraße in Prenzlauer Berg, das derzeit saniert wird, waren am Vormittag Reste einer Handgranate entdeckt worden. Sie stammte aus sowjetischer Produktion, war aber, wie sich herausstellte, schon explodiert.

Am frühen Nachmittag erreichte die Sprengstoffexperten Alarm aus Spandau: Dort hatten ebenfalls Arbeiter bei Dachsanierungen im Nebengebäude des Rathauses eine Granate entdeckt. „Sie steckte irgendwo in der Dachkonstruktion“, sagte Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU). „Mich erreichte die Nachricht gerade, als ich bei einem Platzkonzert in der Altstadt war.“ Die Büros zweier Etagen wurden vorsorglich geräumt, der restliche Betrieb im Spandauer Rathaus ging weiter. Auch hier entfernten die Spezialisten der Polizei die Wurfgranate erfolgreich. Um 13.20 Uhr war der Einsatz beendet. „Im Weltkrieg wurde das Rathaus von der Roten Armee im Häuserkampf stark zerstört“, sagte Birkholz. Das 1913 fertiggestellte Gebäude und Wahrzeichen des Bezirks war erst 1957 wieder vollständig repariert worden. Bei den Arbeiten sei der Blindgänger in der Dachverkleidung wahrscheinlich übersehen worden. Seit drei Wochen sind Bauarbeiter nun dabei, das Dach des Nebentraktes zu sanieren. „Nicht ausgeschlossen, dass dort erneut Munition gefunden wird“, sagte Birkholz. tabu

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