Grand-Prix-Ausrichtung : ESC 2011: Berlin liegt beim Rennen ums Finale vorn

Das Eurovision Song Contest 2011 könnte in der O2-World stattfinden. Der 21. Mai als möglicher Austragungstermin ist bisher frei. Doch Stefan Raab will sich noch nicht festlegen: "Wenn man uns zu sehr nervt, dann machen wir’s in Gera."

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Flexible Halle. Die O2-World ist nach der Köln-Arena die zweitgrößte Multifunktionshalle Deutschlands. Auch beim Bühnenaufbau ist sie wandlungsfähig, die Bühne kann mittendrin oder frontal errichtet werden. Foto: promo
Flexible Halle. Die O2-World ist nach der Köln-Arena die zweitgrößte Multifunktionshalle Deutschlands. Auch beim Bühnenaufbau ist...

Berlin - Kaum ist der Eurovision Song Contest (ESC) entschieden und die Siegerin Lena Meyer-Landrut bei ihrer Rückkehr gebührend gefeiert worden, geht der Wettbewerb schon in die nächste Runde. Doch jetzt wird nicht um das eingängigste Lied oder die sympathischste Darbietung gekämpft, sondern um die Frage, welche deutsche Stadt den ESC 2011 ausrichten wird. Und Berlin hat aus jetziger Sicht vielleicht die Nase vorn.

Ernsthafte Bewerber sind neben Berlin noch Hamburg, Hannover und Köln. Jede Stadt hat gute Argumente auf ihrer Seite: Berlin würde sich in die lange Liste von Hauptstädten als Austragungsorte des ESC einreihen und kann mit seinem Ruf als weltoffene und musikbegeisterte Stadt punkten. „Der Song Contest passt hervorragend in die kreative Landschaft Berlins“, macht sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) für Berlin stark. In Hamburg sitzt der NDR, der innerhalb der ARD für den Contest verantwortlich ist und die Entscheidung für den zukünftigen Austragungsort mitverantwortet. Hannover wiederum ist Lenas Heimatstadt, und in Köln ist Stefan Raab zu Hause, Lenas musikalischer Mentor und Entdecker bei der Casting-Show „Unser Star für Oslo“. Der zeigte sich auf einer Pressekonferenz am Montag in Köln allerdings leicht genervt von dem Städtewettstreit und drohte ironisch: „Wenn man uns zu sehr nervt, dann machen wir’s in Gera – ist auch ’ne schöne Stadt.“ Ein Umstand könnte Berlin in der Städtefrage helfen: Bedingungen für die Austragung des ESC sind neben einer großen Anzahl an Hotels und guten Nahverkehrsverbindungen eine fernsehtaugliche und ausreichend große Halle. Sie muss mindestens 10 000 Zuschauer fassen können, in Oslo waren es sogar fast 18 000. Rund um das avisierte Austragungsdatum, den 21. Mai 2011, sollen die entsprechenden Hallen in Hamburg, Köln und auch Hannover bereits belegt sein. Die O2-World als Berlins einzige infrage kommende Halle ist jedoch zu diesem Termin noch frei – und hat voraussichtlich auch bereits einige Tage vor dem 21. Mai Kapazitäten, was wegen der zeitaufwendigen Aufbauten und umfangreichen Proben besonders wichtig wäre.

Doch noch steht nicht fest, ob es bei dem vom ESC-Ausrichter, der Europäischen Rundfunkunion, bestimmten Termin am 21. Mai bleibt. Denn auch die ARD hat Terminprobleme: Sie muss an diesem Tag eigentlich das DFB-Pokalfinale übertragen, nachdem das Spiel in diesem Jahr vom ZDF gezeigt worden war. „Zurzeit steht also weder ein endgültiges Datum noch der Austragungsort fest“, sagt NDR-Intendant Lutz Marmor. Erwartet wird die Entscheidung nicht vor Mitte Juni. Sicher scheint derzeit nur, dass Vorschläge, den ESC in Berlin auf dem Tempelhofer Feld oder im Olympiastadion auszutragen, keine Berücksichtigung finden werden: Eine Open-Air-Premiere scheinen die Veranstalter keinesfalls zu erwägen. Eva Kalwa

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