Grausiger Mord in Neukölln : Junge Frau verbrannt

Die in einem Park in Berlin-Neukölln verkohlt aufgefundene tote junge Frau ist vermutlich lebendig verbrannt worden. Die etwa 20-Jährige sei mit großen Mengen einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet worden.

Berlin - Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Die Identität des bis zur Unkenntlichkeit entstellten Opfers ist weiter ungeklärt, sagte ein Polizeisprecher. Durch die Veröffentlichung von Fotos von Bekleidungsgegenständen der jungen Frau erhoffen sich die Ermittler nun Hinweise.

Der Leiter der Berliner Mordkommissionen, Jörg Dessin, sagte, dass das Opfer sei wahrscheinlich nicht mehr bei Bewusstsein gewesen, als es von den Tätern angesteckt wurde. Drei Jugendliche hatten den verkohlten Leichnam in der Nacht zu Dienstag in einem Gebüsch in der Parkanlage Thomashöhe entdeckt. Vorher hatten sie dort hellen Feuerschein gesehen.

Laut Polizei ergaben die Ermittlungen und die durchgeführte Obduktion, dass das Opfer etwa 1,70 bis 1,75 groß war. Die Tote lag angezogen in einem fast vollständig verbrannten Rollkoffer. Teile der Bekleidung konnten noch sichergestellt werden. Die junge Frau trug unter anderem eine rosafarbene Oberbekleidung, auf der noch Reste eines weißen Schriftzuges «...exy» zu sehen sind. Sie hatte zudem einen dunkelgrünen BH von H&M und ein rotes Unterhemd an. Das Opfer trug zudem große Ohrringe mit mehreren rosafarbenen Herzen.

Polizei bittet um Mithilfe

Die Kriminalpolizei sucht weiter Zeugen, die am Montagabend gegen 22.30 Uhr Verdächtiges in der Umgebung der Grünanlage beobachtet haben. Melden soll sich auch, wer eine Frau kennt, die die veröffentlichten Ohrringe oder die rosafarbene Oberbekleidung trug.

Die Polizei schließt einen Unfall oder einen Suizid mittlerweile aus und ermittelt wegen Mordes. Am Fundort seien kein Kanister, Feuerzeug oder Streichhölzer entdeckt worden, sagte Dessin. Die Ermittlungen konzentrieren sich daher auch auf verdächtige Personen, die mit einem Kanister oder anderen Behältnissen in Tatortnähe gesehen wurden. Die Fahnder suchen auch Zeugen, denen Personen aufgefallen sind, die Brandverletzungen aufwiesen oder nach Benzin rochen.

Hinweise nehmen die Ermittler der 7. Mordkommission in der Keithstraße 30 unter der Rufnummer 030 / 4664 911701 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Die Fahndungsbilder sind im Internet abrufbar unter www.berlin.de/polizei. (Von Mirko Hertrich, ddp)

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