Greenpeace-Aktion : Polizei unterbricht Ernte von Genmais

Umweltschützer haben in Wölsickendorf bei Bad Freienwalde gegen den Anbau von Genmais protestiert. Auf einem Acker ernteten 20 Aktivisten genmanipulierten Mais, wurden jedoch durch Polizisten daran gehindert.

Wölsickendorf - Die Umweltschützer wollten die "Ware" zum Lebensmittelkonzern Campina nach Heilbronn bringen, wie ein Sprecher von Greenpeace sagte. Nachdem die Aktivisten bereits 642 Pflanzen mit Handsicheln abgeschnitten und in einen Lkw verladen hatten, unterbrachen die Polizeibeamten die Aktion. Sie waren vom Geschäftsführer der Agrargenossenschaft in Bad Freienwalde alarmiert worden.

"Die Aktivisten wurden zur Polizeiwache nach Bad Freienwalde gebracht und dort wegen gemeinschaftlichen Diebstahls vernommen", sagte ein Sprecher. Danach seien die 20 Personen entlassen worden. Das Diebesgut wurde sichergestellt.

Aktion gegen ungeklärte Gefahren

Die Ernte sollte ursprünglich in 30 Mülltonnen sowie in überdimensionalen Milchflaschen und Joghurtbechern deponiert werden. Am Donnerstag wollten die Aktivisten das Getreide an Campina in Heilbronn übergeben. Die Aktion sollte darauf aufmerksam machen, dass die Gefahren von genmanipulierten Pflanzen für Mensch und Umwelt noch nicht geklärt seien.

Genmais werde in Deutschland häufig als Futter für Milchkühe verwendet. Die große Mehrheit der Verbraucher lehne Gen-Food aber weiterhin ab, sagte der Gentechnik-Experte von Greenpeace, Alexander Hissting. Er warf Campina vor, gegen die Wünsche der Verbraucher vorzugehen.

Nach früheren Angaben des Bauernverbands wird Genmais in Brandenburg auf rund 450 Hektar angebaut. Die Versuche werden in den meisten Fällen wissenschaftlich begleitet. (tso/ddp)

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