Berlin : Greenwich-Grundschule: Zug um Zug wird aus der Grund- eine Hauptschule

Während im Rathaus am Eichborndamm das Bezirksamt tagte, musste Schulstadtrat Uwe Ewers (CDU) vor der Tür mit aufgebrachten Eltern diskutieren. Zwar soll die Greenwich-Grundschule im Märkischen Viertel nicht - wie zunächst befürchtet - zum Beginn des nächsten Schuljahres komplett geschlossen, doch schrittweise in eine Hauptschule umgewandelt werden. Eine endgültige Entscheidung wird das Bezirksamt treffen, wenn sich am 19. Oktober der Schulausschuss der BVV mit dem Thema befasst hat.

Mit dem Wechsel der geburtenstarken Jahrgänge in die Oberschule wird die Zahl der Grundschüler in Reinickendorf bis zum Schuljahr 2005/2006 von gegenwärtig 13 714 auf etwa 12 825 zurückgehen. Gleichzeitig, so die Prognose, steigt die Zahl der Hauptschüler von 1598 auf zirka 1833. Schon heute bezeichnet Schulrat Michael Buza die Situation in diesem Bereich als "dramatisch". Statt - wie pädagogisch empfohlen - dreizügig werden die fünf Hauptschulen mit bis zu sechs Zügen geführt.

Ein Teil der etwa 50 bis 90 Jungen und Mädchen, die alljährlich das Probehalbjahr an der Realschule nicht bestehen, werden im kommenden Frühjahr an den Reinickendorfer Hauptschulen keinen Platz mehr finden und - da auch Wedding "dicht" ist - bis nach Prenzlauer Berg oder Tiergarten ausweichen müssen. Bereits jetzt, so Stadtrat Ewers, gibt es einen bezirklichen "Hauptschultourismus", müssen Jugendliche aus dem Märkischen Viertel und Reinickendorf-West täglich bis nach Heiligensee fahren. Da es kein Geld für einen Neubau gibt und innerhalb der nächsten fünf Jahr allein im Märkischen Viertel 33 Grundschulklassen leer stehen werden, bleibt als Alternative nur die Nutzung dieser Räume, sagt Ewers.

Vorgesehen ist, ab Beginn des nächsten Unterrichtsjahres keine ersten Klassen an der Greenwich-Schule mehr einzurichten und die Lernanfänger auf die sechs anderen Grundschulen im Märkischen Viertel zu verteilen. Einen Teil davon könnte die benachbarte Hannah-Höch-Schule aufnehmen. Während der Betrieb der Greenwich-Schule so binnen fünf Jahren auslaufen soll, würden die jeweils frei werdenden Teile zu Fachräumen umgebaut und als Hauptschule genutzt werden. Betroffen wären besonders die Familien, die ältere Kinder auf der Greenwich-Schule haben, während jüngere Geschwister dann eine andere Schule besuchen müssten.

Die BVV-Fraktion der Grünen hat gestern unter Hinweis auf weiteren Wohnungsbau im Märkischen Viertel ein Alternativmodell vorgelegt. Danach könnte eine Heiligenseer Grundschule geschlossen und die Haushofer-Zweigstelle zu einer eigenständigen Schule mit zwei Zügen Haupt- und einem Zug Realschule erweitert werden. du-

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