Berlin : Gremium soll Sicherheit in Charité prüfen

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Der Mordprozess um die Todesserie an der Charité zeigt weiter Wirkung: Jetzt hat eine vierköpfige Untersuchungskommission am Universitätsklinikum ihre Arbeit aufgenommen. Sie will prüfen, ob Mitarbeiter der Charité gegen Dienstpflichten verstoßen haben und es im Klinikbetrieb in Sachen Sicherheit organisatorische Mängel gibt.

Nach Angaben der Charité-Sprecherin Kerstin Enderle hat das Gremium bereits am Sonntag und Montag getagt. „Es soll geklärt werden, was die Charité tun kann, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten“, sagte Enderle. Dem Gremium gehören an der Vorsitzende Richter des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt, Klaus Bepler, die Direktorin für Patienten und Pflegemanagement am Universitätsklinikum Hamburg, Ricarda Klein, das Mitglied des Nationalen Ethikrates Jens Reich sowie der Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, Peter Suter. Das nächste Treffen ist für den 21. Mai geplant.

Vor drei Wochen begann am Berliner Landgericht der Prozess gegen die Krankenschwester Irene B. Der 54-Jährigen wird vorgeworfen, an der Charité sechs schwerkranke Patienten getötet zu haben. Außerdem werden ihr zwei Mordversuche zur Last gelegt. Die Zeugenaussagen von Pflegern, Schwestern und Ärzten hatten bei den Richtern zum Teil Fassungslosigkeit ausgelöst, da einige Kollegen offenbar schon seit längerer Zeit einen Verdacht gegen die Krankenschwester gehegt, aber nichts unternommen hatten. Wie berichtet, hatte die Charité dann in der vergangenen Woche bereits die Pflegedienstleiterin der kardiologischen Intensivstation suspendiert sowie den Stationsarzt und drei Pfleger versetzt. Tsp

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