Berlin : Grillen nach Bildern

Tafeln erklären die Regeln im Tiergarten – unmissverständlich

Sigrid Kneist

Ein Schwein oder ein Lamm an einem Spieß, unter dem die Kohle in einer zuvor ausgehobenen Grube glüht, hat bei einem Grillfest im Tiergarten oder anderen Parks nichts zu suchen. Erst kürzlich drehte eine serbisch-orthodoxe Feiergesellschaft Lämmer an einem Spieß über einer großen Feuerstelle. Derartige Vorfälle brachten jetzt, wie berichtet, das Bezirksamt Tiergarten zu der Anweisung, dass ganze Tiere nicht gegrillt werden dürfen. Damit sind aber nur die Großen am Spieß gemeint. Was auf einem ganz normalen Grill Platz findet, darf auch gegart werden – ob Hühnchen, Wachtel oder Forelle.

Eigentlich sind die Regeln für den Grillfreund im Tiergarten ganz einfach: Gegrillt werden darf nur auf den vorgesehenen Wiesen mit einem haushaltsüblichen Grill. Zu beachten ist dabei lediglich, dass die Feuerstelle nicht unter Bäumen aufgestellt werden darf. Nach dem Vergnügen soll die – vielleicht noch glühende – Kohle in den dafür vorgesehenen Containern entsorgt, der restliche Müll aber mit nach Hause genommen werden. Damit diese einfachen Regeln auch von jedermann verstanden werden, hat das Bezirksamt Mitte an den Grillwiesen 22 große Schilder aufstellen lassen, auf denen mit Piktogrammen erklärt wird, was erlaubt ist und was nicht. Das Problem liegt nach Ansicht von Grünflächenamtsleiter Harald Büttner nicht darin, dass die Menschen diese Regeln vielleicht nicht verstehen. Sie ignorierten sie einfach, und deshalb seien der Tiergarten und andere große Parks in der Stadt nach einem Wochenende völlig vermüllt.

Die meisten Menschen, die ihrer Grilllust auf nicht vorgesehenen Wiesen frönen, wüssten in der Regel, dass sie dies dort nicht tun dürften, sagt Büttner. Die ausgewiesenen Grillstellen seien zwar übervoll, aber deswegen dürfe man trotzdem nicht auf die anderen Grünflächen ausweichen.

In den vergangenen Jahre sei es im Tiergarten auch vorgekommen, dass von großen Grills Würstchen oder Steaks verkauft wurden. „Deswegen gibt es die Beschränkung auf die kleinen Geräte“, sagt Büttner. Da die Müllmenge im Vergleich zum Vorjahr enorm gestiegen ist, fordert das Bezirksamt dazu auf, Essensreste, Flaschen und den anderen Unrat wieder mitzunehmen. Damit sei niemand überfordert, sagt Büttner. Angesichts der Mengen schaffe man es sonst gar nicht mehr, den gesamten Müll zu beseitigen.

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