• Groß in Mode: Berlin schlägt Düsseldorf Messegesellschaft legt neue Schau unterm Funkturm auf. Geschäft verlagert sich vom Rhein an die Spree

Berlin : Groß in Mode: Berlin schlägt Düsseldorf Messegesellschaft legt neue Schau unterm Funkturm auf. Geschäft verlagert sich vom Rhein an die Spree

Susanna Nieder

Die Mode in Berlin soll wieder einen großen Schritt vorangebracht werden. Nachdem die Modemessen „Bread & butter“ (B&b) und Premium im vergangenen Juli bereits zum vierten Mal Tausende von Fachbesuchern aus Deutschland und dem Ausland anlockten, kündigte die Messe Berlin jetzt eine eigene Fachmesse für die Modebranche an. Unter dem Titel „B-in-Berlin“ (was, englisch ausgesprochen, so viel heißt wie „Sei in Berlin“) soll sie zum ersten Mal von 21. bis 23. Januar 2005 stattfinden, also gleichzeitig mit der nächsten B&b und Premium.

Anders als bei anderen Branchen hat die Messe Berlin für den Bereich Mode eine eigene Gesellschaft gegründet: Mode sei der schnelllebigste Markt, sagte Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin: „Die Messegesellschaft wollte sich hier nicht alleine einbringen.“ Der Geschäftsführer der neu gegründeten Gesellschaft MB Capital Fashion Berlin GmbH heißt Michael Brömmel und ist Fachmann für Vertrieb und Marketing in der Modebranche. Sein Berater Gerald Beck war bis vor wenigen Wochen bei der Modemesse in Düsseldorf als Berater und Projektleiter tätig. Der Status der Düsseldorfer Messe als größte Modeveranstaltung in Deutschland ist unaufhaltsam ins Wanken geraten, seit im Januar 2003 B&b und Premium zum ersten Mal in Berlin stattfanden. Mit der B-in-Berlin verlagert sich das Modemessegeschäft weiter von Düsseldorf nach Berlin, denn das Konzept der neuen Messe deckt einen weiteren wichtigen Bereich ab.

Gerald Beck ist überzeugt, dass die daniederliegende Textilbranche neue Formen der Präsentation braucht – und dass die B-in-Berlin eine solche neue Form bieten kann. Eine moderne Modemesse muss seiner Meinung nach die Kommunikation zwischen Industrie, Handel und Presse fördern, die Einkäufer möglichst früh über die Kollektionen der Hersteller informieren, die Kosten der Beteiligten in einem erträglichen Rahmen halten (zum Beispiel durch moderate Hotelpreise). Und sie muss an einem Ort stattfinden, der Emotionen weckt und in den alle Beteiligten gerne reisen. Darin, dass dieser Ort zurzeit nur Berlin sein kann, sind sich Göke, Beck und Brömmel einig.

Eine Konkurrenz mit den bestehenden Berliner Messen soll es nicht geben, im Gegenteil. Während sich diese als Avantgardeveranstaltungen verstehen, deren Aussteller Trends setzen, aber als innovative Luxuslabels nur zu einem geringen Teil am Umsatz in der Textilbranche beteiligt sind, will die B-in-Berlin international erfolgreiche Marken präsentieren, die 90 bis 95 Prozent des Umsatzes der Textilbranche erwirtschaften. Den Schwerpunkt sollen zunächst Firmen für Damen- und Herrenmode aus Mitteleuropa und Skandinavien bilden; wie auf den beiden anderen Modemessen werden die Aussteller sorgfältig ausgewählt.

Auf einem überschaubaren Raum von 30 000 Quadratmetern werden auf der B-in-Berlin 300 große Marken Kollektionen zeigen, die mehrere Hundert Stücke umfassen. Über Besucherzahlen können Beck und Brömmel bislang nur spekulieren, doch mit 15 000 rechnen sie allemal; auch 30 000 halten sie für möglich. Im Vergleich dazu nahmen an der B&b im vergangenen Juli 600 Aussteller teil, es wurden 34 000 Besucher gezählt; auf der Premium waren 360 Aussteller, es kamen 12 000 Besucher. Die Besucher der B&b könnten sich zum Teil mit denen der B-in-Berlin überschneiden, denn wie die B&b versteht sich die B-in-Berlin als Informationsplattform und nicht als Ordermesse. Dass gleichzeitig mit der neuen Modemesse die Grüne Woche stattfindet, hält Christian Göke für unproblematisch: „Wir haben schon oft gezeigt, dass es möglich ist, auf dem Messegelände am Funkturm zwei große Veranstaltungen gleichzeitig durchzuführen.“

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