Großbaustelle in der City West : Engpass vor dem Bikini-Haus nervt Passanten

Der schmale Baustellen-Gehweg an der Budapester Straße behindert die Fußgänger. Aber das liegt nicht am Investor, die BVV hatte dort Baumfällungen abgelehnt.

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Nadelöhr. Vor der Baustelle des Bikini-Hauses müssen Passanten sich oft aneinander vorbei drängen.
Nadelöhr. Vor der Baustelle des Bikini-Hauses müssen Passanten sich oft aneinander vorbei drängen.Foto: Georg Moritz

Jetzt ist es für Fußgänger im Herzen der City-West noch enger geworden. Schon seit Monaten ärgern sich Berliner und Touristen über den schmalen provisorischen Gehweg vor der Baustelle des Projekts „Bikini Berlin“ in der Budapester Straße, wo entgegenkommende Passanten einander ständig ausweichen müssen. Besonders mühsam wird es an dieser Stelle, wenn Reisende mit Koffern oder Eltern mit Kinderwagen darunter sind. Manche weichen dann wagemutig auf den provisorischen Radweg neben der Fahrbahn aus. Andere wechseln lieber gleich die Straßenseite und gehen über den Breitscheidplatz.

Bisher war das einfacher. Doch seit der Eröffnung des dortigen Weihnachtsmarktes drängen sich die Menschen beiderseits der Budapester Straße. Der Investor Bayerische Hausbau, der zwischen dem Zoo-Palast und dem Elefantentor des Zoos baut, bedauert das Problem und bittet um Verständnis. Die Verengung des Weges sei trotz allem „notwendig und unausweichlich“. Mit je 1,50 Metern Breite entsprächen Durchgang und Radweg den „gültigen Vorschriften“, sagt eine Sprecherin. Man habe Genehmigungen des Tiefbauamts Charlottenburg-Wilmersdorf, der Verkehrslenkung Berlin und der BVG.

Umhüllt. Die Baustelle des Bikini-Hauses. Aus der Stahlkonstruktion im Hof wird ein Neubau mit Dachterrasse.
Umhüllt. Die Baustelle des Bikini-Hauses. Aus der Stahlkonstruktion im Hof wird ein Neubau mit Dachterrasse.Foto: Davids/Sven Darmer

Nun war es gar nicht die Idee des Investors, das Provisorium so schmal zu gestalten. Voraus ging eine umweltfreundliche Entscheidung von Politikern. Einer Verbreiterung stehen 17 Platanen im Weg. „Und deren Fällung hat die Bezirksverordnetenversammlung abgelehnt“, sagt Baustadtrat Marc Schulte (SPD). Die Bayerische Hausbau hatte die Bäume vor allem abholzen wollen, um die Baustellenzufahrt für Sattelschlepper zu verbreitern. Aber die BVV-Fraktionen der CDU, Grünen und der Piratenpartei lehnten dies ab. SPD und Linke hätten die Fällungen unter der Bedingung akzeptiert, dass später Ersatzbäume gepflanzt werden.

„Infolge der Entscheidung, unserem Antrag auf Baumfällung nicht stattzugeben, bestand keine Möglichkeit, den Geh- und Radweg breiter anzulegen“, stellt die Bayerische Hausbau klar.

Immerhin gibt es in absehbarer Zeit wieder mehr Platz. Der Weihnachtsmarkt rund um die Gedächtniskirche dauert bis zum 1. Januar, und im Laufe des kommenden Jahres sollen auch die Bauzäune verschwinden. Der Eröffnungstermin von „Bikini Berlin“ mit Zoo-Palast und Bikini-Haus steht allerdings noch nicht fest.

Einen neuen Engpass in der City West gibt es unterdessen am westlichen Rand des Breitscheidplatzes, genauer: an der Ecke Kantstraße. Dort reißt der Investor Strabag in diesen Tagen das alte Schimmelpfeng-Haus ab und baut bis Mitte 2016 das Hochhaus „Upper West“. Deshalb wird es dort künftig nicht nur für Passanten eng.

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