Berlin : Große Bühne für den Mode-Nachwuchs

Wettbewerb „Fashion Debut“ bringt Jung-Designer groß raus

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Ein erster Preis macht viel Freude und kann einem doch auch einen Schrecken einjagen. So könnte es sein, bei den vier jungen Nachwuchsdesignern, die jetzt beim „Fashion Debut“Wettbewerb der Champagnermarke „Moët et Chandon“ zu Gewinnern gekürt wurden. Freude bedeutet der Preis, da der Hauptgewinn nicht nur Ehre, sondern auch eine gigantische Modenschau im Postbahnhof verspricht. 800 prominente Gäste sind dazu geladen – gesponsert und oranisiert wird das Ereignis von der edlen Champagnermarke.

Schrecken kann es auslösen, weil die jungen Preisträger jetzt mit viel Kraft und Konzentration ans Werk gehen müssen: Insgesamt 30 verschiedene Kreationen sollen sie bis zum 23. Oktober entworfen und geschneidert haben – und zwar finanziert aus eigener Tasche. „Das ist ein Problem, mit dem wir alle immer wieder kämpfen müssen“, meint Johnny Talbot, Münchener Stardesigner der Marke Talbotrunhof (früher „All about Eve“) und Jurymitglied. Die oftmals quälende Frage nach dem Geld für die eigenen Projekte sei Arbeitsriskio und gehöre eben dazu. Vielen Designern sei dies schon zum Verhängnis geworden. „Gerade in Deutschland ist es wichtig, den Nachwuchs in der Modebranche zu fördern“, lobt Jurymitglied Eve-Maren Büchner, Moderatorin des Senders n-tv, den Wettbewerb. Im Gegensatz zu Mailand, Paris und London sei es für Jungdesigner in Berlin noch schwer, Fuß zu fassen – Mode werde hier immer noch zu sehr als Randthema behandelt.

Alexandra Fischer-Roehler ist eine der vier Preisträger beim „Fashion Debut“ Wettbewerb, den „Moët et Chandon“ für nächstes Jahr wieder plant. Zu ihrem Einstieg in die Designerwelt meint die Studentin der Modeschule Esmod energisch: „Da werde ich jetzt wohl volle Power geben müssen.“ Aber sie tue das gerne, vor allem, weil es ihr eine Zukunftsperspektive gebe. „Der Preis passt perfekt in meinen Zeitplan. Das Diplom habe ich erst kürzlich gefeiert – jetzt geht’s gleich weiter“, freut sich die Studentin. Die 28-Jährige konnte die acht Jurymitglieder aus Mode und Medien mit origineller Schnittführung, Kombination von Farben und der Auswahl ihrer Stoffe überzeugen. „Unabhängig voneinander war uns schnell klar, wer das Rennen machen würde“, sagt Patricia Riekel, Chefredakteurin der „Bunten“ und Jurorin.

Für ihren großen Auftritt im Herbst hat Alexandra Fischer-Roehler schon viele Ideen – verraten möchte sie aber noch nicht zu viel. Fest steht schon: Es werden viele leichte Stoffe sein – da es eine Sommerkollektion werden soll. Vielleicht taucht der Name der Jungdesignerin in Zukunft zwischen Marken, wie Jil Sander, Rena Lange und Karl Lagerfeld auf… avd

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