Berlin : Große Einigkeit am Kulturforum Parlamentsausschuss debattiert über Planungen

Matthias Oloew

Die Anrainer des Kulturforums – das sind die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Stiftung Berliner Philharmoniker und die Matthäikirchgemeinde – können mit dem Masterplan des Senats zur Umgestaltung des Areals leben. Mehr noch: Die Philharmoniker unterstützen die Pläne offen, ebenso wie die evangelische Kirche. Diese lehnt stattdessen den von den Masterplan-Kritikern geforderten Bau des einst von Hans Scharoun für die Platzmitte vorgesehenen Kulturgästehauses ab. Dadurch werde die Kirche stärker in den Schatten gestellt als in den Plänen der Verwaltung. Diese sehen den Bau eines Gebäuderiegels von rund 80 Metern Länge vor, sowie ein Hochhaus an der Potsdamer Brücke und den Abriss der Piazzetta genannten schrägen Ebene vor dem Haupteingang der Museen.

Vertreter der drei Institutionen wurden am Montag im Kulturausschuss angehört. Ihre Ansichten nehmen den Kritikern den Wind aus den Segeln. Politiker von CDU und FDP lehnen das Senatskonzept ab, weil es in ihren Augen das Werk Scharouns entwerte. Die Grünen bemängeln, der Plan schaffe keine Gesamtidee. Vorsichtig verteidigt wird der Plan von SPD und Linkspartei. Ein Votum hat der Ausschuss nicht abgegeben, sondern sich stattdessen vertagt.

Preußenstiftungs-Präsident Klaus-Dieter Lehmann lehnte einen zweiten Eingang zur Staatsbibliothek zum Marlene-Dietrich-Platz ab, weil das die Betriebsabläufe empfindlich störe. Die Piazzetta müsse verschwinden, weil sie unwirtlich sei und obendrein nicht ebenerdig in die Museen führe, sondern im ersten Geschoss – das sei nicht hinnehmbar. Grundstücke, die für die Erweiterung der Museen benötigt werden, werde die Stiftung aber nicht hergeben.

Kritik kam von der Sektion Baukunst der Akademie der Künste, dem Rat für Stadtentwicklung und dem Architekten- und Ingenieurverein. Sie verlangen einen Weiterbau des Forums nach Scharouns Plänen. Das lehnte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) ab. Scharouns Konzepte tragen für sie nicht mehr.

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