• Große Enttäuschung beim Baukonzern Hochtief - das Unternehmen sagt, es sei sich keiner Schuld bewusst

Berlin : Große Enttäuschung beim Baukonzern Hochtief - das Unternehmen sagt, es sei sich keiner Schuld bewusst

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Noch ist unklar, ob Hochtief Airport sich weiter um den Bau und Betrieb des neuen Großflughafens bemühen oder definitiv zurückziehen wird. "Wir sind heute weiter von dem Bau entfernt als noch gestern", räumte Werner Baier, Leiter der Hochtief-Unternehmenskommunikation am Dienstag gegenüber dem Tagesspiegel ein. Mit großer Enttäuschung reagierte der Essener Baukonzern Hochtief auf die Entscheidung des Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg, das Verfahren um die Privatisierung der Berliner Flughäfen neu aufzurollen. Man werde zunächst die Begründung des Urteils prüfen, bevor man über weitere Schritte entscheide, erklärte Baier. Der Ball liege nun bei den Alt-Eigentümern - dem Bund, Berlin und Brandenburg. Sie müssten sich jetzt um eine Antwort der offenen Fragen bemühen und beispielsweise die technischen Konzepte der beiden Bieterkonsortien vom letzten Jahr erneut vergleichen.

Hochtief sei sich keiner Schuld bewusst. Das gelte für das Doppelmandat von Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing, die sowohl auf der Seite der Verkäufer als auch auf der der Käufer in Erscheinung getreten ist, wie für die Verflechtungen des Ingenieurbüros WIB. Man habe erst nachdem die Privatisierungsverträge im März unterschrieben worden seien, geschäftliche Verbindungen aufgenommen.

Als böswillig bezeichnete Baier die Vorhaltungen der Berliner Fluggesellschaften, die Tegel, Tempelhof und Schönefeld bedienen. Sie hatten am Dienstag erklärt, die geplante zusätzliche Nutzungsgebühr für den Großflughafen diene lediglich dazu, die aus dem Baufeld Ost entstandenen Altschulden zu begleichen. Baier verwies auf die international durchaus übliche Praxis für den Bau von Infrastrukturprojekten, insbesondere bei Flughäfen, eine Gebühr zu erheben. Ausserdem wies er die Behauptung der Fluggesellschaften zurück, die Alt-Eigentümer hätten dem Hochtief-Konsoritum eine 15prozentige Eigenkapital-Rendite versprochen. Eine Garantie bestehe nirgends, stellte er klar. Allerdings erwarteten die Aktionäre eine vernünftige Verzinsung. Die Deutsche Bank, so Baier, würde sich jedenfalls nicht mit 15 Prozent zufrieden geben.

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