Berlin : Große Pläne für die Schloßstraße

Bald weitere Verkaufsflächen. Aber die Kreiselsanierung ist noch nicht geklärt

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Für die Steglitzer Schloßstraße bahnen sich größere Veränderungen an: Hat sie mit dem „Schloss“ gerade erst eine zusätzliche Einkaufsattraktion erhalten, wird bald auch auf dem Woolworth-Grundstück gebaut und am Standort der Warenhäuser Karstadt und Wertheim soll ebenfalls Neues entstehen. Abgesehen davon soll die Straße möglichst von 2008 an fußgängerfreundlicher werden. Nur das bis Ende 2007 leer geräumte Kreisel-Hochhaus wirft einen Schatten auf die neue Schloßstraßen-Euphorie.

Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) erwartet jedenfalls, dass von Anfang nächsten Jahres an die Schloßstraße zum großen Diskussionsthema werden wird. Dabei geht es um das künftige Straßenprofil, das dem Individualverkehr nur eine Spur ließe, ein „Konsenspapier“ der Bezirksverordneten muss allerdings erst noch „konkretisiert“ werden. Greifbarer sind die Baupläne für das Woolworth-Grundstück, auf dem ein Geschäftshaus entstehen soll. Ein Bauantrag liegt vor und könnte im nächsten Jahr in die Tat umgesetzt werden.

„Ein großes Thema“ wird nach Ansicht des Baustadtrates die seit Jahren angekündigte Umgestaltung des Kaufhaus/Wertheim-Geländes. Eine Projektgesellschaft hat die Grundstücke beiderseits der Treitschkestraße gekauft und will sie später vermieten. Beide Komplexe sollen verknüpft, vermutlich auch ein Stück der Treitschkestraße einbezogen werden. Erst würde vermutlich der Karstadt-Komplex neu gebaut werden, das Warenhaus zwischenzeitlich bei Wertheim unterkommen, wo anschließend der Bau eines Passagen-Centers zur Diskussion steht. Ein Warenhaus bleibt mit Sicherheit erhalten, es dürfte den Namen Karstadt tragen. „Aber es gibt planungsrechtlich noch viel zu klären“, sagt Stäglin.

Wie es mit dem Kreisel-Hochhaus weitergeht, wenn das Bezirksamt ausgezogen ist, muss auch noch restlos geklärt werden. Der Senat plant die Asbestbeseitigung, aber der Bezirk will sicherstellen, dass er für das „Objekt“ nicht weiter zahlen muss. Der Umzug soll und muss im November nächsten Jahres abgeschlossen sein, denn die Asbestbeseitigung drängt. Der neue Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) teilte gestern mit, dass sich die bisherige Umzugsplanung ein wenig geändert hat. Sein Vorgänger Herbert Weber (CDU) wollte an der Schloßstraße in Steglitz bleiben, vom Kreisel ins Alte Rathaus gegenüber ziehen. Kopp wiederum hat sich die Arbeitsabläufe noch einmal angesehen und hält es für „sinnvoll“, mit den meisten Teilen der Verwaltung und seinem Ressort Personal/Finanzen ins Rathaus Zehlendorf zu ziehen. Die Abteilungen Wirtschaft, Verkehr und Gesundheit sowie Bildung, Kultur sollen aber in Steglitz bleiben, ins Alte Rathaus soll auch das Bürgerbüro einziehen. Die Umplanung ist bislang allerdings erst intern diskutiert worden, ist vom Bezirk noch zu beschließen.

So gespannt die Behörde die Entwicklung der Schloßstraße verfolgt, so ergrimmt ist sie über die Baustelle am Walther-Schreiber-Platz. Die dortigen Engpässe vor dem Forum und dem Rohbau des Schloßstraßen-Centers sind nach Ansicht von Baustadtrat Stäglin ein „Ärgernis“. Das aber habe der Nachbarbezirk Tempelhof-Schöneberg zu verantworten.C. v. L.

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