Berlin : "Große Tiere in Berlin": Menschen, Tiere, Emotionen

hema

Welches Tier passt zu mir? Vor dieser Frage standen prominente Berliner, die sich unter den Bewohnern des Zoologischen Gartens tierische Partner fürs gemeinsame Foto aussuchen durften. "Große Tiere in Berlin" - so haben die Autorin Wencke Boll und der Fotograf Roland Horn ihr bei Koehler & Amelang erschienenes Buch (44,80 Mark) genannt, in dem Promis nicht nur mit ihrem Lieblings-Zootier Modell stehen, sondern sich auch sehr persönlich dazu äußern. Die Buch-Premiere lockte gestern zur Freude von Zoodirektor Hans Frädrich viel Journalisten in das Flusspferdhaus. Die schnaufenden Dickhäuter ließ der Rummel sichtlich kalt. Auf der Insel im Flusspferdbecken zeigte die dicke "Kathi" aus Kattowice ungeniert, was sie von "großen Tieren" hält - sie riss ihr Maul auf und gähnte. Regine Hildebrandt, bekennende Flusspferdfreundin, trug es mit Fassung. Die tonnenschweren Verwandten der Schweine liebt sie seit ihrer Kindheit und erinnerte sich gestern an das legendäre Nilpferd "Knautschke". Dass ihre Lieblinge diesmal nicht in so "trüber Brühe" schwammen wie zum Fototermin, freute die ehemalige brandenburgische Sozialministerin gewohnt lauthals. Auch Ex-Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt plauderte freimütig über sein Lieblingstier. "Büffel sind wie Politiker, kraftvoll, mit starken Hörnern". Werbe-Waschfrau "Klementine" alias Johanna König zeigte sich gestern mit rotem Stirnband statt mit Schnee-Eule wie im Buch, "aber eigentlich liebe ich alle Tiere". Und während Boulevardtheater-Star Wolfgang Spier vor allem vom Poitou-Esel angetan ist, hat Chefredakteur Giovanni di Lorenzo alle Esel ins Herz geschlossen - die tierischen, versteht sich; obwohl sie ihm im Zoo den Tagesspiegel wegfraßen. Alles hat auch sein Gutes. "Große Tiere" helfen dem Zoo - der bekommt fünf Mark pro verkauftes Exemplar.

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