Berlin : Große Umsätze

Ausländische Anleger drängen auf den Markt Das lässt etablierte Projektentwickler umsteuern

Matthias Oloew

Das Interesse an Immobilien und Grundstücken in Berlin zieht weiter an. Am Sonntag meldete der börsennotierte Frankfurter Immobilieninvestor DIC Asset, dass er mit Hilfe der US-Bank Morgan Stanley für 147 Millionen Euro Immobilien der Landesbank übernommen hat. Zu dem Paket gehören 51 Objekte, vor allem Büros, Dienstleistungs- und Einkaufsgebäude in Charlottenburg, Wilmersdorf und Schöneberg (siehe Kasten). Die Häuser seien zu 82 Prozent vermietet, sagte ein Sprecher der DIC Asset, die sich eine Anfangsrendite von sieben Prozent verspricht.

Von der Nachfrage profitiert auch der größte Immobilienvermarkter Berlins, der senatseigene Liegenschaftsfonds. „Wir werden bis zum Jahresende rund 40 Millionen Euro mehr als geplant an die Landeskasse abführen können“, kündigte Geschäftsführer Holger Lippmann gegenüber dem Tagesspiegel an. Geplant sei ein Erlös von 130 Millionen Euro, es würden aber mehr als 170 Millionen erreicht. Nur drei Mal konnte der Fonds in seiner Geschichte mehr Umsatz erzielen.

Einige der Verkäufe haben ein zweistelliges Millionenergebnis für den Fonds gebracht, so Lippmann. Dazu gehöre der Verkauf der Friedrichstraße 100 zwischen Admiralspalast und Hochbahnviadukt, das Grundstück der „Loretta“-Gastronomie an der Lietzenburger Straße, aber vor allem der Verkauf des knapp zehn Hektar großen Areals zum Bau der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes. Bund und Berlin sagen über den Kaufpreis nichts; es ist aber von etwa 47 Millionen Euro die Rede.

„Es ist sehr viel Kapital aus dem Ausland auf dem Markt“, sagt Lippmann und erklärt sich so auch die große Nachfrage nach Wohnimmobilien. Die landeseigenen Grundstücke am Humboldthafen, in direkter Nähe des Hauptbahnhofs, seien zwar noch gar nicht im Angebot, „wir haben aber schon jetzt gut ein Dutzend Interessenten, die sich für die Grundstücke interessieren, auf denen Wohngebäude errichtet werden sollen.“

Die Nachfrage nach Wohngebäuden lässt auch Immobilienentwickler umsteuern, die sich bisher nicht damit beschäftigt haben. Beispiel: Die bundeseigene Vivico, die vor allem ehemalige Liegenschaften der Deutschen Bahn vermarktet. „Wir stehen vor einem Strukturwechsel“, sagt Unternehmenssprecher Wilhelm Brandt.

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