Berlin : Großer Hafen unterm Funkturm

Die Messe „Boot & Fun“ bringt Freizeitkapitäne auf Kurs – und der Tagesspiegel zeigt täglich Ankerplätze

 Christoph Stollowsky
Angelegt. Berlin liegt zwar nicht am Meer, aber ist dennoch nah am Wasser gebaut. Auch Bootsmessen haben hier eine lange Tradition. Von Freitag an können sich Wassersportfreunde auf der „Boot & Fun“ zehn Tage lang über Neuheiten zur Eroberung von Flüssen, Kanälen und den sieben Weltmeeren informieren. Foto: dpa
Angelegt. Berlin liegt zwar nicht am Meer, aber ist dennoch nah am Wasser gebaut. Auch Bootsmessen haben hier eine lange...Foto: picture alliance / dpa

Die größten Boote wurden in den vergangenen Nächten mit Schwerlasttransportern zu ihren Liegeplätzen unterm Funkturm gebracht. Zum Beispiel die neu entwickelte „Vision“ einer Charterfirma: knapp 15 Meter lang und 4,65 Meter breit – ein Hausboot mit umweltfreundlichem Elektroantrieb. Behutsam hat man die „Vision“ dann in die Halle 5 der Messe bugsiert und im Trockenen aufgebockt, ebenso wie hunderte andere Sport- und Freizeitschiffe in dreizehn Ausstellungshallen. Auch Jachten- und Jollen, Kajaks und Kanus oder Oldtimer gehören zur Ausstellungsflotte der Bootsmesse „Boot & Fun“, die diesmal eine Jubiläumsschau ist: Ab Freitag bringt sie zum zehnten Male mitten im November maritimes Flair aufs Messegelände.

Bereits während des Aufbaus wirkten die Hallen wie ein sommerliches Refugium. Sonderschauen machen Lust aufs Herumschippern in den „blauen Paradiesen“ von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Anlässlich des Jubiläums können die Besucher zehn Tage lang bis zum Sonntag, 27. November, schon mal die Wassersaison 2012 ansteuern. Das sind zwei Tage mehr als sonst.

Im Fokus stehen Schiffe mit umweltfreundlichen Antrieben sowie schwimmende Ferienwohnungen. Im Salon für Elektroboote werden die jüngsten Entwicklungen präsentiert, vom E-Außenborder bis zu strombetriebenen Stahljachten. Nebenan kann man die Vielfalt der schwimmenden Häuser erleben, die auch in Berlin immer häufiger unterwegs sind: Französische „Pénichettes“, Bungalows auf Pontons, Tom-Sawyer-Flöße. Außerdem gibt es die „Klassiker-Halle“ mit restaurierten Mahagonischätzen sowie die Gebrauchtbootehalle und Ausstellungen für Segel- und Motorboote, Kanus, Kajaks oder den Angelsport. Und schließlich ist vom 25. bis 27. November noch eine Sondermesse zu sehen: Die „Fun Berlin“ rund um etliche Trendsportarten.

Bootsmessen in Berlin haben Tradition. Schon am 14. Juli 1902 gab es am Wannsee die erste Berliner Bootsausstellung. Es folgten weltweit beachtete Bootsmessen unterm Funkturm in den 30er Jahren. Und bis zum Mauerbau 1961 hatte Berlin die größte Bootsmesse Deutschlands. Die heutige „Boot & Fun“ eröffnete erstmals 2002 in zwei Hallen. Inzwischen ist sie ebenso groß wie die Bootsmessen in Hamburg und Friedrichshafen.

„Kein Wunder, immer mehr Berliner entdecken das Freizeitvergnügen auf dem Wasser“, sagt der Geschäftsführer des Berliner Wirtschaftsverbandes Wassersport, Max Hiller. Marinas, Werften, oder Segelschulen meldeten einen Ansturm von Interessenten. Bei den Charterhausbooten gebe es jährliche Zuwächse von bis zu acht Prozent. Vor allem neu zugezogene Familien und junge Leute seien fasziniert vom Wasserreichtum der Region. „Das ist Europas größtes Binnenrevier. Rund 5000 Seen und ein Netz aus Flüssen und Kanälen zwischen Brandenburg und der Ostsee gehören dazu“, schwärmt Hiller und freut sich, „dass auch Berlin dieses touristische Potenzial erkennt.“ Eine zusätzliche Marina für Wasserwanderer soll beispielsweise am Tegeler See entstehen. Die neueste Hausbootgeneration, die ab Freitag gezeigt wird, kann dann künftig an der Greenwichpromenade festmachen.

Boot & Fun Berlin, 19. bis 27. November, geöffnet 10 bis 18 Uhr. Eintritt 9 Euro (ermäßigt 7 Euro). Ab Freitag beginnt der Tagesspiegel eine maritime Entdeckungstour auf der Messe. Unter dem Motto: „Ankerplätze“ stellen wir täglich interessante Orte vor.

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