Berlin : Großer Seiltanz

Lust, zum Ferientarif im Hochseilgarten Rummelsburger Bucht zu klettern? Oder lieber zum Paddeln aufs Wasser und zum Beachvolleyball in den Sand? Am Donnerstag klappt das alles – zum Ferientarif

Judith Jenner

Meine Hände schwitzen immer noch, und mein Herz hat ganz laut gepocht. Wie ein Presslufthammer. Das ist so gemein: Man rast auf den Boden zu, und erst in letzter Sekunde zieht das Seil an.“ Nasrin (12) ist noch ganz außer Atem. Gerade ist sie mit ihrer gleichaltrigen Freundin Roxanne die neun Meter hohe Seilbahn im Hochseilgarten Rummelsburger Bucht hinuntergerast. „Das war von den eineinhalb Stunden, die wir oben waren, das Geilste“, schwärmt Roxanne. „Zwischendurch hatte ich da oben ganz schön Bammel. Zum Beispiel, als wir von einer Plattform zur nächsten springen sollten. Man ist zwar die ganze Zeit angeseilt, aber trotzdem stirbt man fast vor Angst.“ Etwas Übertreibung darf schon sein, wenn man am Boden ist.

„Der Trick ist, nicht nach unten zu gucken“, sagt Nasrin. „Das haben uns die Trainer Yvonne und Marco vorher erklärt. Marco hat sich sogar am Seil fallen lassen, damit wir sehen, dass das nicht reißen kann. Das hält sogar ein Rhinozeros aus, hat er gesagt.“

Die beiden sind richtig begeistert: „Das Klettern ist schwerer, als man denkt. Ständig hakt das Seil fest, und man muss es nachziehen. Du denkst, was tue ich mir hier eigentlich an.“ „ Ich glaube, es hilft, wenn man laut schreit, zum Beispiel beim Runterrasen mit der Seilbahn. Das ist total erleichternd.“ „ Als ich ganz doll Angst hatte, hat Marco gesagt: ,Setz Dich erst mal hin, und beruhige dich ein bisschen.’ Dann ging es wieder.“ „Die wackelige Strickleiter hochzuklettern, ist auch gemein. Die schaukelt nämlich.“

Erst mal Stille. „Ich würde da total gerne noch mal rauf“, sagt Roxanne plötzlich. „Meinen Eltern könnte das auch gefallen. Aber Nasrin müsste unbedingt mitkommen. Über die Erwachsenen könnten wir uns kaputtlachen, was Nasrin?“ „Ja, die würden sich vor Angst sicher in die Hosen machen. Zum Beispiel wegen der Autoreifen, auf denen man hin und her schaukelt. Das Netz war auch gemein.“

„Man ist total stolz, wenn man es geschafft hat“, sagt Nasrin. „Ich glaube, Klettern könnte mein Hobby werden.“ Sie zeigt auf ein kleines Loch in ihrer Hose. „Das erinnert mich jetzt immer an unsere Kletterpartie.“ „Würdest du das in den Bergen machen?“, fragt Roxanne. „Stell dir mal vor, da unten wäre eine Schlucht und statt Sand ein reißender Fluss. Och, nöö.“ Folge5 unserer Ferienserie erscheint am Donnerstag, 28. Juli . Dann kann man sich für ein Wochenend-Zeltlager im Grunewald anmelden. Alle Folgen gibt es auch im Internet unter www.tagesspiegel.de/schoene-ferien

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