Berlin : Großes Glück bei Sturz in Schacht

Bauarbeiter fällt 27 Meter tief und meldet sich dann per Handy

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Nach dem 27Meter-Sturz in den Schacht griff der Bauarbeiter zu seinem Mobiltelefon. „Ich bin hier runtergefallen“, berichtete er seinen Kollegen oben auf dem Dach des Beisheim-Centers am Potsdamer Platz. Die guckten sich an und glaubten, der Polier macht einen Scherz. Schließlich alarmierten sie doch die Feuerwehr – und die wunderte sich, dass der Mann ihnen am Telefon berichtete, dass er nur wenig verletzt sei. Hauptproblem der Retter: Sie kamen nicht an den Mann heran, deshalb wurde die „Höhenrettung“ der Feuerwehr alarmiert, Spezialisten, die auch in großer Höhe oder unzugänglichen Bereichen helfen können. Sie stiegen dem Bauarbeiter hinterher und fanden ihn in Höhe des ersten Stocks, an dieser Stelle macht der ein mal ein Meter große Lüftungsschacht aus Blech einen Knick in die Waagerechte. Von außen stemmten Arbeiter dann an dieser Stelle eine Mauer auf und schnitten das Blech auf. Durch das Loch wurde der Arbeiter herausgezogen. Er klagte über Schmerzen in der Schulter und hatte einige Abschürfungen, so kam er in die Charité. Der Mann habe riesiges Glück gehabt, hieß es bei der Feuerwehr. Wie es zu dem Unfall kam, ist unklar. Die verantwortliche Baufirma Oevermann lehnte jede Stellungsnahme ab.

Der Schutzengel des Mann war aus Stahl: Denn in dem Blechschacht waren zur Stabilisierung Querstreben eingezogen, im Abstand von einem Meter. Durch diese daumendicken Stäbe wurde der Fall gebremst, berichtete Jürgen Rangnick, der Einsatzleiter der Höhenrettung der Berliner Feuerwehr. Der Polier sei quasi von Strebe zu Strebe geschleudert worden, berichtete Rangnick.

Die auf der Feuerwache Marzahn stationierte Spezialtruppe ist ausgerüstet und ausgebildet wie Bergsteiger. In diesem Jahr ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Berlin stark gestiegen. Allein im Frühjahr hatte es sechs tödliche Unfälle an Arbeitsplätzen gegeben, im Mai hatte das zuständige Landesamt für Arbeitsschutz deshalb Alarm geschlagen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2002 hatte es zehn Todesfälle gegeben, und 2001 sogar nur drei tödliche Unfälle. Das Landesamt machte dafür den immer stärker steigenden Kostendruck beim Bau als Ursache aus.

Wie Robert Rath vom Landesamt gestern sagte, seien kleine Baustellen dabei weit gefährlicher als Großbaustellen. Denn diese unterliegen der Baustellenverordnung, die zum Beispiel ein Sicherheitsmanagement vorschreibt und dem Landesamt 14 Tage vor Beginn angezeigt werden müssen. So hatte sich zum Beispiel auf der Debis-Baustelle am Potsdamer Platz kein gravierender Arbeitsunfall ereignet. Ha

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