• Großes Interesse an Dienst in Hamburg Mehrere hundert Polizeischüler kamen zu Infoveranstaltung

Berlin : Großes Interesse an Dienst in Hamburg Mehrere hundert Polizeischüler kamen zu Infoveranstaltung

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Der Ansturm war unerwartet groß: Rund 300 Berliner Polizeischüler sind an einem Wechsel nach Hamburg interessiert und besuchten Mittwochabend die Informationsveranstaltung in der Landesvertretung in Mitte. Ursprünglich hatten die Vertreter der Polizei aus der Hansestadt für gestern nur eine Veranstaltung geplant. Als sie sahen, wie sich der Saal an der Jägerstraße zunehmend füllte, beraumten sie spontan einen zweiten Termin für 19.30 Uhr an.

Der Leiter der Hamburger Polizeischule, Volker Knieling, malte die Alsterstadt in den buntesten Farben: „Moderne Metropole mit Temperament“, „faszinierende Großstadt“, „Leben am Wasser“ und „Wir suchen Kollegen“. Aber auch: „Wir würden Sie am liebsten schnell übernehmen.“ 225 freie Stellen könne man sofort besetzen, und er nahm den Berlinern die Angst, in Hamburg fremd zu sein: „Nur etwa 20 Prozent der Neueinstellungen bei der Polizei kommen aus Hamburg.“ Umzugshilfe versprach er den verunsicherten Berliner Polizeischülern zwischen 17 und 32 Jahren. „Interessante Aufgaben in einer weltoffenen Großstadt“ und die beruhigende Botschaft, eine Entscheidung nicht übers Knie brechen zu müssen: „Wir haben einen großen Bedarf.“

Hintergrund der offensiven Hamburger Kampagne ist, dass die Berliner Polizei von den über 1000 Polizeischülern, die 2003 und 2004 ihre Ausbildung beenden, aus Kostengründen nur rund zwei Drittel auch übernehmen wird. Der Rest stünde auf der Straße. Ihnen bietet man die Möglichkeit, zum Bundesgrenzschutz (BGS) oder dem Bundeskriminalamt zu wechseln. Die Gewähr, in Berlin zu bleiben, besteht für die angehenden Polizisten nicht. Wer in den mittleren BGS-Dienst wechselt, wird an den Grenzen zu Polen und Tschechien eingesetzt. Nur wenige der Polizeischüler haben darauf Lust. Sie haben sich bei der Berliner Polizei beworben, weil sie in einer Großstadt, die für viele auch ihre Heimatstadt ist, bleiben wollten.

Der 32-jährige Adrian Büge, der als Schlosser und Rettungsassistent arbeitete, bevor er zur Polizei wechselte, interessiert sich für die Hansestadt, weil er sie als eine „adäquate Großstadt“ zu Berlin ansieht. Seine gleichaltrige Kollegin Tanja Dappen, sie war früher Reiseverkehrskauffrau, sagt, sie sei „etwas panisch im Moment“. Sie wolle verhindern, dass sie mit 34, wenn ihre Ausbildung beendet ist, mit leeren Händen dasteht. weso

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