Berlin : Großfahndung nach Kind

Polizei sucht mit Helikoptern nach Achtjähriger Sie war mit ihrem Vater im Tegeler Hafen baden

Tanja Buntrock

Mit jeder Stunde, die vergeht, schwindet ein wenig Hoffnung. Seit Dienstagnachmittag sucht die Polizei am Tegeler Hafen nach der achtjährigen Anastasia Bierkamp. Das Mädchen war mit seinem Vater in dem Hafenbecken, das zwischen der Humboldtbibliothek und dem Hotel Humboldtmühle liegt, schwimmen. Plötzlich war das Kind weg. Seitdem sind Polizeitaucher im Tegeler Hafen im Einsatz. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera kreist über dem idyllischen Naherholungsgebiet, in den umliegenden Laubenkolonien und Grünanlagen stapfen rund 60 Beamte mit langen Stöcken und Suchhunden durchs Gebüsch. Bislang erfolglos.

Die Polizei weiß nur vom Vater – einem hageren, langhaarigen Mann in Trainingshose und T-Shirt –, was vor dem Verschwinden geschehen ist. Dienstagmittag: Der Vater geht mit seiner Tochter in Tegel zum Kinderarzt. Eigentlich lebt das Kind bei seiner Mutter in Oranienburg; die Eltern sind getrennt. Er sieht Anastasia regelmäßig. Früher soll die Familie hier einmal gewohnt haben. Nach dem Termin setzt sich der Vater auf die Grünfläche am Tegeler Hafenbecken. Das Mädchen, bekleidet mit einem türkis-weiß gestreiften Bikini, rutscht zum Plantschen von einer Erhöhung, die aussieht wie ein kleiner Wasserfall, ins Becken. Das Wasser – klar und sauber – ist hier knietief. Dann klettert das 1,35 Meter große Mädchen die gelbe Leiter wieder hoch und macht dasselbe noch mal. Immer wieder. Um 14.30 Uhr will der Vater die Kleine noch gesehen haben. Um 15 Uhr nicht mehr. Er läuft die Gegend ab, bis hin zum S-Bahnhof Tegel. Keine Spur vom Kind.

Es gibt Zeugen, die das Mädchen noch um 16 Uhr mit einem gleichaltrigen Jungen am Wasser gesehen haben wollen. Dabei habe ein etwa 50-jähriger, untersetzter Mann mit Dreitagebart gestanden. Er wird von der Polizei dringend als Zeuge gesucht. Auch ein anderer Junge, der zehnjährige Dominik, sagte, er habe das Mädchen am Dienstag noch gesehen. Das erzählte er gestern den Polizisten, die am Hafenbecken suchten. Dominik erinnerte sich, dass es gegen 17.30 Uhr war, als das Mädchen in der Strömung spielte. Für die Ermittler ist der Junge der Letzte, der Anastasia gesehen hat.

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