Großübung der Feuerwehr Berlin : Flammen in Terminal D

Zum Glück nur Trockeneisnebel: Wie die Feuerwehr am Flughafen Schönefeld einen Großeinsatz geübt hat.

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Proben für den Ernstfall. Foto: dpa
Proben für den Ernstfall.Foto: dpa

Um 15.45 Uhr schlägt die automatische Brandmeldeanlage an, meldet Feuer im Terminal D des Flughafens Schönefeld. Der Alarm geht direkt bei der Flughafenfeuerwehr ein. Die ersten roten Einsatzwagen bremsen bereits drei Minuten später auf dem Rasen vor dem Gebäude. Von außen ist wenig zu sehen: Rauch dringt aus den geöffneten Türen. Reisende drängen heraus, schreiend, in Panik, verletzt.

Zum Glück nur eine Übung: Der Rauch ist Trockeneisnebel, die Verletzungen sind aufgemalt, die Reisenden nur bezahlte Komparsen, und Terminal D, die provisorische Abfertigungshalle zur Rechten des Flughafens, wurde eigens für die Übung gesperrt. Beeinträchtigungen für den regulären Flugverkehr an diesem Sonnabend? Keine.

Zwei Minuten nach Eintreffen der Einsatzwagen wird der erste Schlauch ausgerollt, schon spritzt Wasser volles Rohr gegen die Fassade. Eine Panne? Für die Beobachter aus der Ferne ist das schwer zu beurteilen. Auch bleibt denen unklar, wieso ein offenbar „Schwerverletzter“ noch nach zehn Minuten im Eingangsbereich liegt, über den die Feuerwehrleute mit ihren Schläuchen hinwegstolpern. Nun gut, wie bei echten Einsätzen gilt auch hier für die Feuerwehrleute: Nicht der, der am lautesten jammert und schreit, ist auch am schwersten verletzt.

Zehn Minuten später hat die Feuerwehr auf dem Rasen einen Sammelplatz für Schwerverletzte eingerichtet, bald auch ein Zelt aufgestellt. Offensichtlich wird mit dem Schlimmsten gerechnet: Plötzlich sind Notfallseelsorger aufgetaucht, erkennbar an ihren Westen.

Um 16.33 Uhr dann Entwarnung: Der Brand ist gelöscht, elf Verletzte sind zu beklagen, drei Personen werden noch vermisst. Rund 300 Personen waren an der Übung beteiligt, davon 130 Komparsen.

Nach Angaben der Flughafengesellschaft sind derartige Übungen nach den Bestimmungen der ICAO (International Civil Aviation Organization) alle zwei Jahre Pflicht. Bei „Rescue SXF 2014“ sollte die Zusammenarbeit der Feuerwehr- und Rettungskräfte, der Polizei und der internen Bereiche der Flughafengesellschaft bei der Räumung von Gefahrenbereichen und der medizinischen Versorgung von Verletzten überprüft werden.

Wie sinnvoll und notwendig solche Übungen sind, zeigte sich etwa vor einem Jahr bei „Rescue 2013 TXL“. Damals hatte ein Terminal in Tegel „gebrannt“. Dabei zeigte sich, dass die Einsatzleiter der Berliner Feuerwehr und der Flughafenfeuerwehr nicht miteinander sprechen konnten. Ursache der Panne: Die Berliner Feuerwehr funkte bereits digital, die des Flughafens noch analog. Kurze Zeit später erhielt die Flughafenfeuerwehr dann ebenfalls digitale Geräte.

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