Berlin : Grottian macht Ernst

Initiative Bankenskandal beantragt Demonstration in Grunewald

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Die „Initiative Berliner Bankenskandal“ macht weiter: Gemeinsam mit anderen sozialpolitischen Initiativen wollen die Bankenkritiker um den FU-Professor Peter Grottian heute eine Demonstration zu den Verantwortlichen des Bankenskandals bei der Polizei anmelden. Für den 7. September ist der „Grunewald-Spaziergang“ unter dem Motto „Legal – Illegal – Bankenskandal“ geplant. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 1000 Teilnehmern.

Den Bankenkritikern, die mit ihrer umstrittenen Veröffentlichung der Zeichner von Immoblienfonds die Folgen der Bankenkrise wieder in die Schlagzeilen gebracht hatten, reicht das Angestoßene offenbar nicht aus. Birger Scholz, einer der Initiatoren, sagte am Donnerstag zur Begründung der Demonstration: „Wir wollen darauf hinweisen, dass der Bankenskandal noch lange nicht ausgestanden ist.“ Man rechne bei einem Verkauf der Bank mit noch weiteren Belastungen für das Land durch Bürgschaften. Nicht zuletzt deshalb will die Initiative Druck auf den Senat machen, die Fonds nachzuverhandeln.

Der „Rundgang“ soll am Samstag, 7. September um 14 Uhr am S-Bahnhof Grunewald mit einer Kundgebung beginnen. Geht es nach dem Willen der Bankenkritiker, wird die noch nicht genehmigte Demonstrationsroute zu den Häusern mehrerer Prominenter führen: Demnach muss nicht nur Klaus Landowsky mit ungebetenem Besuch rechnen, sondern auch der ehemalige Bankvorstand Knut Fischer, der frühere Vorstandsvorsitzende Wolfgang Rupf und möglicherweise auch der Bauunternehmer Klaus Groth.

Die Demonstration, beteuern die Veranstalter, soll satirischen Charakter haben – „ein lustiger Umzug mit Straßenkabarett“, so Scholz. Vor der ehemaligen Rupf-Villa, die mit kostspieligen Umbauten ein attraktives Schwimmbad erhielt, tritt zum Beispiel die Initiative „Frei baden“ auf, die seit Wochen gegen die hohen Berliner Bäderpreise mobil macht. Die Plakate für die Demonstration sind schon im Druck, am Samstag treffen sich im Haus der Demokratie zudem Initiativen, die gegen die rot-roten Kürzungen bei sozialen Projekten kämpfen, zu einem „linken Ratschlag“. Die Veranstalter wollen dort um Unterstützung für ihre Demonstration werben. Barbara Junge

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