Berlin : Grünanlagen: 50 Liter pro Baum einmal in der Woche

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Nicht nur den Grünanlagen, auch Bäumen in Parks und an der Straße macht die Hitze zu schaffen; besonders jungen Pflanzen. "Bisher war das Wetter ideal für die Bäume in der Stadt", sagt Hartmut Balder vom Berliner Pflanzenschutzamt. Einer warmen Phase Anfang Mai folgte eine Zeit mit viel Regen, niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchte. "Die großen Bäume sind vollgetankt mit Wasser." Die kleineren aber haben weniger Speicher. Zudem sind ihre Wurzeln noch nicht so ausgeprägt, dass sie sich aus dem Grundwasser versorgen könnten. Also müssen Sie gegossen werden. Doch dazu fehlt den Bezirken das Geld. "Personal zum Gießen können wir nicht bezahlen, ganz abgesehen vom Wasser", sagt Pankows Umweltstadträtin Ines Saager. Sie bittet die Anwohner, Straßenbäume zu gießen. Rund 800 junge Bäume stehen in Pankow. Der Bezirk Schöneberg lässt aus Geldnot nur noch Bäume gießen, die in den letzten drei Jahren gepflanzt wurden. Besonders gefährdet bei der Hitze seien deswegen die mittelalten, also 3 bis 15 Jahre alten Bäume. Schöneberg hat in diesem Jahr zum letzten Mal junge Bäume gepflanzt. "Unser Etat von 80 000 Mark wird im nächsten Jahr um zwei Drittel gekürzt", sagt die Leiterin des Grünflächenamtes, Ute Heinrich. Auch in Friedrichshain werden nur noch Jungbäume gegossen. Um zu sparen wird, wenn möglich, Brauchwasser verwendet.

Wenn das grüne Laub schlaff herabhängt oder sogar schon herabfällt, während die Triebspitze vitale grüne Blätter hat, braucht der Baum dringend Wasser. "Das Abwerfen der Blätter ist eine Schutzreaktion", erklärt Balder. Die Verdunstung wird reduziert, der Baum trocknet nicht aus. 50 Liter morgens und abends einmal pro Woche hält er für ausreichend.

Vorsicht sei bei Bäumen angebracht, deren Blätter braun verfärbt sind. Dort sind meist Schädlinge am Werk. Wer diese Bäume gießt, riskiert, dass die Wurzeln faulen und absterben. Denn wegen der abgestorbenen Blätter kann das Wasser nicht mehr verdunsten und staut sich bei den Wurzeln.

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