Berlin : Gründungsparty: Kiwilogic gewinnt den "E-conomy-Gründerwettbewerb"

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Schauplatz Oranienburger Tor. Um halb acht soll die Party losgehen. Angekündigt ist die "ultimative E-Business-Party des Jahres". Schon um Viertel nach sieben ist das Tacheles, das einst kurz vor dem Abriss stand, bis oben hin gefüllt mit High-Tech-Prominenz. Kurz vor dem Höhepunkt des Abends trifft sogar Hans Eichel ein - abgeschottet von einem kleinen Manager- und Bodyguardkreis. Der Höhepunkt ist auch gleichzeitig der Anlass für das Fest: Die Preisverleihung des "E-conomy-Gründerwettbewerbs", den das Magazin "Wirtschaftswoche" zusammen mit der internationalen Beraterfirma Boston Consulting Group (BCG) und anderen Partnern veranstaltet. "And the winner is ..." - Markus Koch steht auf dem Podium und leitet das Video ein, das den Gewinner offenbart.

Der Sieger ist Kiwilogic - eine Firma, die "Websites das Sprechen beibringt", wie der Chef des Unternehmens, Karl-Ludwig von Wendt sagt. Seine Gruppe, die aus gut 50 Mitarbeitern besteht, hat einen kleinen, mehr oder weniger intelligenten Homunkulus namens "Mark" entwickelt, der Auskünfte über das auf der Website vorgestellte Unternehmen gibt. "Die Trefferquote von Mark liegt bei 80 bis 90 Prozent", sagt von Wendt - solange die Fragen auch das Unternehmen betreffen. Die Software für den virtuellen Auskunftsmann kostet 3500 Euro. Dann muss der Internet-Homunkulus auf die jeweilige Website abgestimmt werden, also lernen, worüber er überhaupt Bescheid wissen muss.

Was ist so brillant an dieser Idee, dass sie aus einem Stapel von mehr als 150 Businessplänen als Sieger hervorging? "Da spielt nicht nur der Businessplan eine Rolle", sagt Antonella Mei-Pochtler, Senior-Vice President der BCG und einer der sechs Juroren des Wettbewerbs, "ausschlaggebend war vor allem das Team". Nachdem die Jury die Pläne geprüft hatte, wurden die 20 Besten eingeladen, um ihre Konzepte vorzustellen. "Wir wollten sehen: Können diese Unternehmer ihre Idee rüberbringen? Haben sie die nötige Überzeugungskraft?" Das Kiwilogic-Team überzeugte und erhält den E-Award im Wert von einer Million Mark. Nur zu einem kleinen Teil besteht er aus Geld: Von der Deutschen Bank gibt es 30 000 Euro Expansionskapital. Sun Microsystems liefert einen Server, die BCG stellt für zwei Monate einen Strategie-Berater an die Seite des Unternehmens und Werbeprofis von BBDO entwerfen ein Marketingkonzept.

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