Berlin : Grüne gegen Potsdamer Seefestspiele Veranstalter versichern

Umweltverträglichkeit

Kai Grimmer/Henri Kramer

Hermannswerder - Die Debatte um die für den kommenden Sommer geplanten Potsdamer Seefestspiele auf Hermannswerder geht weiter. Nachdem die Potsdamer Grünen einen Antrag für die nächste Sitzung des Stadtparlaments eingebracht haben, wonach die Stadtverwaltung die Genehmigung für das Open-Air-Ereignis auf Hermannswerder verweigern und dem Organisator die Schiffbauergasse anbieten soll, melden sich nun die Veranstalter und Befürworter zu Wort.

Laut Frank Hohn, Vorstandsvorsitzendem der Hoffbauer-Stiftung, die die Seefestspiele als Eigentümer der Halbinsel Herrmannswerder unterstützen, erhoffe man sich starke Impulse. „Hermannswerder ist ja schon ein Ort für Kultur und Veranstaltungen“, sagt Hohn mit Hinweis auf andere Großveranstaltungen. Beim traditionellen jährlichen Spielemarkt kämen weit über 5000 Besucher auf die Halbinsel. Mit dem etablierten „Rock am Wasserturm“ gebe es zudem ein Open-Air-Festival, das „bislang nicht kritisiert wurde“.

Veranstalter Peter Schwenkow bemühe sich, alle Auflagen zu erfüllen, erklärte Seeopernintendant Christoph Dammann. So werde der geschützte Schilfgürtel überbrückt, um zur temporären Bühne im Wasser zu gelangen. Während des Veranstaltungszeitraums sei die Insel für den Individualverkehr gesperrt, nur Anwohner dürften fahren. Für Besucher ist ein Shuttle-Service geplant. „Wir werden das Konzept im Januar in den Potsdamer Fraktionen vorstellen“, sagte Dammann. Der von den Grünen vorschlagene Standort Schiffbauergasse sei für das Projekt weder inhaltlich noch wirtschaftlich geeignet. Alternative Standorte seien nur außerhalb von Potsdam vorstellbar, so Dammann.

Der Etat der Seefestspiele, bei denen unter Regie von Katharina Thalbach Mozarts „Zauberflöte“ aufgeführt wird, beträgt 2,5 Millionen Euro. Laut Dammann soll im August drei Wochen lang jeweils von Donnerstag bis Sonntag an jedem Abend eine Aufführung stattfinden. Bis zu 4500 Zuschauer seien täglich zu erwarten. Die Potsdamer SPD ist noch unentschieden, wie sie mit dem Grünen-Antrag umgehen will. „Wir beschäftigen uns im Januar mit dem Thema“, sagte SPD-Chef Mike Schubert. Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg sieht angesichts der Bedingungen auf Hermannswerder aber noch „ganze Reihe von Fragezeichen“. Die Wählergruppe Die Andere lehnt das Vorhaben ab, so Stadtverordnete Anja Heigel. Es fehle an Umweltverträglichkeit und man sei skeptisch, wie sich die Verkehrssituation gestalten lasse. Kai Grimmer/Henri Kramer

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