Grüne Hauptstadt : Das pflanzen die Berliner Bezirke zum Frühlingsstart

Die Budgets für Grünpflege und Blumen sind in allen Bezirken knapp bemessen. Die Spendenaktion für Stadtbäume bringt aber Geld für Nachwuchs.

Emilie Brummel und Lotta Lara Löwener
Es wird wieder warm und in den Bezirken wieder grün.
Es wird wieder warm und in den Bezirken wieder grün.Foto: dpa

Die Aussichten: herrlich. Auf den Balkonen werden die Kübel gereinigt, in Gärten die Möbel geputzt, in Kleingärten die Beete gesäubert. Und was machen die Bezirke zum Frühlingsstart? Wir haben in den Rathäusern gefragt, wie viel Geld für Grünes zur Verfügung steht und was jetzt gepflanzt wird – oder nicht.

Charlottenburg-Wilmersdorf

Grünflächen-Budget: zwei Millionen Euro

Blumen-Budget: 60 000 Euro

Im Frühjahr werden 70 000 Blumen wie Tausendschön oder Tulpen aus der eigenen Ausbildungsgärtnerei die Parkanlagen schmücken. Auf dem Ernst-Reuter-Platz sollen 15 000 Stiefmütterchen blühen. Im Herbst wurden bereits über 50 000 Krokusse, Narzissen und Tulpenzwiebeln gesetzt. Die 105 Mitarbeiter – voriges Jahr waren es noch zwölf mehr – kümmern sich aber nicht nur um 680 Hektar Grünfläche, sondern auch um alle Spiel- und Bolzplätze sowie 45 000 Straßenbäume. Aber los geht’s erstmal mit dem Frühjahrsputz: Laub einsammeln und Spielplätze entmüllen.

Friedrichshain-Kreuzberg

Grünflächen-Budget: 1,33 Millionen Euro

Blumen-Budget: mehr als 10 000 Euro

Nachdem im Görlitzer Park noch 2014 Schnittmaßnahmen vollzogen wurden, um den dortigen Drogendealern ihre Verstecke zu nehmen, wurden bereits im vergangenen Herbst neue Pflanzungen vorgenommen. Nach der Aufhebung der Null-Toleranz-Politik, wird es auch im Görli bald wieder mehr Sträucher, Bäume und Stauden geben.

Da die Pflanzungen im Park Teil einer größeren Baumaßnahme sind, kann der Bezirk derzeit noch keine Auskünfte über die entstehenden Kosten geben. Sie werden jedoch im fünfstelligen Eurobetrag liegen. Im Viktoriapark sollen jetzt im Frühjahr noch Nachpflanzungen im Rosengarten erfolgen.

Andere Saisonbepflanzungen, wie beispielsweise das Sähen von Stiefmütterchen, gibt es jedoch schon seit 20 Jahren nicht mehr. Die laut dem bezirklichen Haushaltsplan investierten 1, 33 Millionen Euro werden vor allem für die Grünpflege, Reinigung der Grünflächen, Baumarbeiten und Beseitigung von Schädlingen sowie die Abfuhr von organischem Material verwendet. Hinzu kommen Kosten für die Pflege des Straßenbegleitgrüns.

Lichtenberg

Grünflächen-Budget: 1,04 Millionen Euro

Blumen-Budget: 35.000 Euro

Vom Stadtpark bis an den Seenpark Obersee-Orankesee über den Upstallweg und die Degnerstraße werden 1420 Gehölze sowie etwa 600 Stauden und Gräser gepflanzt. Hinzukommen sollen noch 200 Bäume, verteilt über ganz Lichtenberg. Auch hier wurden Spenden mithilfe der Stadtbaumkampagne gesammelt.

Besonders kann man sich jetzt schon auf Frühjahrsblüher im Rathauspark, Stadtpark, und im Gutspark Falkenberg freuen. Ebenso wie am Einkaufszentrum „Castello“ und dem Lindencenter. Auch die 17 700 Blumenzwiebeln, welche schon im vergangenen Herbst gepflanzt wurden, blühen bereits teilweise am Lindencenter und dem Seenpark Obersee-Orankesee. Insgesamt kosten diese Maßnahmen den Bezirk in diesem Jahr 17 000 Euro.

Marzahn-Hellerdorf

Grünflächen-Budget: 1,95 Millionen Euro

Blumen-Budget: 20 000 Euro

Am Bezirkswappen an der Einfahrt nach Marzahn aus Ahrensfelde kommend, im Gutspark Mahlsdorf und an der Marzahner Promenade werden verschiedene Frühblüher gepflanzt. Das kostet den Bezirk 20 000 Euro. Hinzu kommen 57 neue Bäume an der Mehrower Allee, am Nordring, in der Wolfener Straße, an der Allee der Kosmonauten, in der Schorfheider und der Rabensteiner Straße.

Auch sie wurden mithilfe der Stadtbaumkampagne finanziert. Es sind Eisenholzbäume, Sommerlinden, Amberbäume, Weiße Maulbeerbäume, Apfeldornen, Hainbuchen und Zelkoven. Auch am Altlandsberger Platz und auf den Schmetterlingswiesen werden neue Bäume für etwa 105.000 Euro gepflanzt. Des Weiteren sind Reparaturmaßnahmen für den Brunnen am Fred-Löwenberg-Platz geplant. Für die reine Grünflächenpflege, zu der auch die Müllentsorgung zählt, stehen dem Bezirk in diesem Jahr 1,85 Millionen Euro zur Verfügung.

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